So maximierst du Zeit für dich und steigerst Lebensfreude

Jeder von uns bewegt sich in verschiedenen Rollen durch sein Leben. Als Berufstätiger, Sportler, Mutter oder Vater, Kind, Ehemann oder Ehefrau und so weiter. Und dabei versuchen wir, unsere Zeit so einzuteilen, dass alle Lebensbereiche und alle Beteiligten ausbalanciert ihre Zeitanteile von uns erhalten. Wir verteilen Zeit wie ein rares Gut und die wenigsten fühlen sich dabei wie Zeitmillionäre. Während der Arbeitszeit und manchmal auch darüber hinaus, widmest du deine Zeit dem Unternehmen. Was danach noch übrig bleibt, verteilt sich dann auf Familie, Sport und dich selbst.

Und wie sieht diese Bilanz in der Realität aus?

Die meisten von uns leben in dem Gefühl, einem fahrenden Zug hinterher zu laufen. Der Tag und die Ereignisse überschlagen sich und wir versuchen, unsere Zeit bestmöglich auf alles zu portionieren. Im Grunde fühlt sich das eher danach an, ein Zeitbedürftiger zu sein als ein Millionär. Und genau hier der Hund begraben. Solange man sich selbst von dem trennt, was man tut, hat man konstant das Gefühl, im Dienste der anderen zu stehen und etwas leisten zu müssen. Die Zeit rinnt einem dann buchstäblich durch die Finger, denn die Gedanken sind immer bereits einen Schritt weiter bei der nächsten anstehenden Aufgabe.

Wenn du hingegen beschließt, die Zeit, die du anderen widmest, genauso als deine Zeit anzusehen, beginnt ein kleines Wunder zu wirken, das sich Mindfulness nennt: absolute Präsenz im gegenwärtigen Moment und damit der Verlust des Zeitgefühls. Stell dir vor, dass du die Zeit, die du mit einem Meeting bisher als verlorene Zeit angesehen hast, nun als deine Zeit betrachtest. Dann entsteht vielleicht eine Dankbarkeit dafür, dass du diesen Beruf ausüben darfst, dass du ein elementarer Bestandteil des Meetings und Unternehmens bist und dass du etwas bewirken kannst.

Wenn du deinem Kind bei den Hausaufgaben hilfst, dann hast du bisher vielleicht nebenbei an deine eigenen Anliegen und Aufgaben gedacht und wurdest ungeduldig, weil es nicht voran ging. Was ändert sich, wenn du diese Zeit als deine Zeit mit deinem Kind ansiehst? Du hast ein gesundes Kind, für das du als Vater/Mutter jetzt da sein kannst. Es ist euer Moment der Zweisamkeit und der Nähe.

So viele Dinge, die wie lästige Zeitfresser erscheinen, sind bei genauerer Betrachtung im Grunde doch die Momente, die unser Leben ausmachen. Ist unser Leben denn nicht die Summe der Momente, die wir erleben? Das Leben besteht nur zu einem winzigen Teil aus großen und herausragenden Ereignissen. Der Großteil unseres Lebens sind genau die alltäglichen Momente, die wir allzu oft als gegeben oder gar lästig empfinden.

Ich wage mich einen Schritt weiter und stelle die Frage in den Raum, wer du bist, wenn du plötzlich mit einer ernsten Erkrankung im Krankenhausbett liegst. Welche deiner Rollen nimmst du dann noch ein? Welche Momente sind von Bedeutung? Und wie gern würdest du nun vielleicht bei deinen Kollegen in einem öden Meeting sitzen oder dein Kind bei den Hausaufgaben unterstützen? Wie gern würdest du mit deinem Partner/deiner Partnerin Nähe austauschen oder einfach nur reden? Und wieviel Zeit nimmst du dir jetzt dafür?

Mindfulness bedeutet nichts anderes als achtsam den gegenwärtigen Moment zu erleben und ihn einfach zu schätzen. Nichts ist von Dauer und das Leben wird uns von Moment zu Moment geschenkt.

Wenn du es ausprobierst, gewöhnlichen Momenten die Magie deiner Präsenz einzuhauchen, dann wird die meiste Zeit deines Lebens deine Zeit sein. Denn egal, was du auch tust, du bist dabei immer dein Begleiter.

 


1 Kommentar

  1. Danke für diesen schönen wertvollen Beitrag. Der kommt mir gerade recht und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Ich fahre morgen in den Urlaub und einige Überlegungen kann ich idealerweise gleich auf die Reise mitnehmen. Zuvor werde ich mich hier aber noch etwas umschauen. Ich fühle mich thementechnisch sehr wohl auf deiner Seite.
    lg Melanie

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