Überreagiert? 5 Wege emotionalen Stress souverän zu meistern

Gepostet von am 18. Juni 2015 in beliebte Themen, Gelassenheit, Karriere & Beruf, persönlicher Erfolg, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Überreagiert? 5 Wege emotionalen Stress souverän zu meistern

Der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ist dir sicherlich bekannt. Wenn ein Wort, eine Geste oder auch nur ein Blick ausreicht, um innerlich in Wallung zu geraten. Wenn du schon viel zu lange geschluckt und nichts gesagt hast oder wenn alle Gespräche einfach im Nichts versickert sind. Kurzum wenn im Aussen etwas geschieht, das das Innerstes aus der Balance bringt. Und schwupp rutscht es dir raus; ein Wort, ein Satz ein ganzer Schwall an Inhalten, die besser ungesagt geblieben wären. Doch zu spät, denn ein Wort ist wie ein Blatt, das vom Baum fällt. Es fliegt nie wieder hinauf.

Ich habe eine solche Situation erst gestern wieder beobachtet, in der ein vollkommen überarbeiteter und überforderter Angestellter einem kritischen Kunden gegenüber irgendwann einfach sagte: „Sie können mich mal!“, sich umdrehte und seinen Kunden stehen lie­ß. In diesem Moment hatte ich Mitgefühl für beide Herren, denn beide erlitten einen Gesichtsverlust und fühlten sich in der kreierten Situation sichtlich unwohl.

Was sagt dein Herz dazu?

Wut überwindenDoch emotionaler Stress, der zu Wutausbrüchen und Überreaktionen führt, hat neben gesellschaftlichen Konsequenzen auch erhebliche gesundheitliche Risiken zur Folge.

Wer oft in Rage gerät, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erheblich. Zu diesem Schluss gelangten US-Wissenschaftler in einer Studie, die im März 2014 von der Fachzeitschrift „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde. Die Autoren werteten dafür neun frühere Untersuchungen aus, die zu Wutausbrüchen neigende Patienten betrafen.
Die Forscher dokumentierten 5000 Fälle von Herzproblemen und mindestens 800 Hirnschläge bei Menschen mit einem Hang zu Wutanfällen. Die Auswertung der Statistiken bestätigt den ohnehin schon lange bestehenden Verdacht, dass starke Emotionen zu einem Infarkt oder Hirnschlag führen können.

Doch wieso passiert es manchen Menschen immer wieder, dass sie von ihren Emotionen überrollt werden und regelmäßig überreagieren? Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu führen, dass Menschen übersteigert emotional reagieren. Nachfolgend habe ich die aus meiner Sicht gängigsten Wut-Faktoren aufgeführt:

5 Wut-Faktoren & Wege emotionalen Stress zu meistern

1. Zu lange unerwünschte Zustände erdulden und nicht ansprechen

Aus einem sehr starken Harmoniebedürfnis heraus erdulden manche Menschen unerwünschtes Verhalten anderer viel zu lange ohne es anzusprechen. Dadurch stauen sich negative Emotionen über einen längeren Zeitraum an und entladen sich dann vollkommen unerwartet und oftmals auch übersteigert wie ein Gewitter in einer belastenden Situation. So passiert es dann häufig, dass eine Kleinigkeit das Maß voll macht und die angestauten Emotionen gesammelt herausplatzen. Meistens sagt der Betroffene dann Dinge, die der Situation nicht angemessen sind und den Bogen absolut überspannen. Es fallen Sätze wie: „Du kannst mich mal.“ und ähnliche.

2. Nicht zuhören

Der Psychologe Richard Carlson schrieb in einem seiner Bücher: „Unsere Unfähigkeit zuzuhören, ist in gewisser Weise ein Symbol für die Art, wie wir leben. Wir verhalten uns oft so, als sei Kommunikation ein Wettrennen.“ Das bedeutet, dass wir oftmals nur das hören, was wir hören WOLLEN und stattdessen auf unseren eigenen nächsten Satz warten. Dadurch entstehen natürlich auf lange Sicht unheimlich viele Missverständnisse, die ebenfalls Frustration bei allen Beteiligten hervorrufen. Einem Menschen wirklich aufmerksam zuzuhören, ist eine Meisterdisziplin und diese Fähigkeit erfordert ein gewisses Maß an Menschenliebe und Achtsamkeit. Wer sich selbst am liebsten sprechen hört, hört seinem Gegenüber oft nicht wirklich zu. Leider glauben noch sehr viele Menschen, dass einzig sie die Wissenden seien. Und was kann man einem Wissenden noch beibringen?

3. Unklare Kommunikation

Die Worte, die wir wählen, haben maßgeblichen Einfluss auf unsere Wahrnehmung, Beurteilung und Auswirkungen auf andere. Menschen, die zu wenig und zu unpräzise kommunizieren, verursachen sehr viele Probleme. Zwischenmenschlich wie auch fachlich. In Unternehmen entstehen unheimlich hohe Zusatzkosten und Mehraufwand durch unklare und unzureichende Kommunikation. Bei einer Umfrage unter Arbeitnehmern gaben 48% an, dass mangelnde Kommunikation und Einbindung durch die Firmenleitung der Hauptgrund für Kündigungsgedanken sei. So einfach es auch zu sein scheint, so schwierig ist dies offensichtlich in der Umsetzung, sich klar, präzise und wohlwollend auszudrücken. Die durch eine unklare Kommunikation verursachten Probleme führen sehr oft ebenfalls zu Überreaktionen bei den Beteiligten, weil man sich auf Dauer unverstanden und sogar in seinen Bedürfnissen ignoriert fühlt. Wann immer du etwas sagst, sei dir der Bedeutung deiner Worte immer bewusst und wähle sie bewusst.

4. zu hohe Erwartungen

Menschen, die sich selbst und anderen immer wieder Höchstleistungen abverlangen, neigen dazu, permanent enttäuscht zu werden und ihr Umfeld genau dies spüren zu lassen. Jemand, dessen To do-Liste 30 Punkte enthält und der dadurch täglich einen Rattenschwanz an unerledigten Aufgaben übrig hat, erlebt kaum Erfolge. Setz dich nicht unnötig täglich unter Stress, indem du dir zuviel vornimmst. Überlege dir lieber, was tatsächlich dringend und wichtig ist und schreib die wichtigsten 3-5 Punkte auf, die du schaffen möchtest. Alles, was du dann noch erledigen kannst, fühlt sich wie ein zusätzlicher Erfolg an.

5. Identifikation mit der Situation

Vielen Menschen fällt es unheimlich schwer, in einer emotionalen Situation Person von Funktion zu trennen. Sie identifizieren sich sehr mit dem aktuellen Ereignis, dem sie sich als Person komplett ausgeliefert fühlen. Und genau das stresst unheimlich. Bei den meisten Konflikten dreht es sich jedoch um bestimmte Verhaltensweisen, also um das TUN und nicht um das SEIN. Ungeachtet dessen, was man getan hat, IST man jedoch immer gleich wertvoll. Auch wenn ich einen Fehler gemacht habe, bin ich nach wie vor der gleiche liebenswerte Mensch wie vorher auch. In deiner Funktion als Angestellter, als Partner, als Mutter oder Vater etc. kannst du kritisiert werden und diese Kritik konstruktiv als Wegweiser annehmen. Sobald du jedoch die Kritik auf deine gesamte Person beziehst, wirst du emotional, weil eine Abwertung der eigenen Person immer schmerzt. Also stell dir beim nächsten Konflikt doch einfach die Frage: Geht es hier um mich als Person oder um meine Funktion?

 

 


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