Kennst du die 6 Erfolgs-Vernichtungs-Faktoren?

Gepostet von am 5. Januar 2015 in beliebte Themen, Karriere & Beruf, persönlicher Erfolg, Selbständigkeit | Keine Kommentare

Kennst du die 6 Erfolgs-Vernichtungs-Faktoren?

Es gibt eine Vielzahl von begabten und talentierten sowie intelligenten Menschen, die trotz ihrer Fähigkeiten an eine gläserne Decke stoßen und ihr Potenzial scheinbar nie so richtig zur vollen Entfaltung bringen. Die sich sozusagen immer wieder selbst ein Bein stellen kurz vor Erreichen des gewünschten Erfolges. Die beiden Psychologen James Waldroop und Timothy Butler von der Harvard Business School haben in ihrem Artikel (Managing away bad habits) im Jahr 2000 verschiedene Verhaltensweisen vorgestellt, die Erfolg verhindern. Ich finde dies sehr spannend und aufschlussreich und möchte dir diese Erkenntnisse natürlich nicht vorenthalten.

Waldroop und Butler haben sechs Verhaltenstypen identifiziert, die alle die besten Absichten verfolgen, beste Arbeitsleistung erbringen wollen und die fest davon überzeugt sind, dass sie dies auch umsetzen. Jedoch führen ihre konditionierten Verhaltensmuster nicht selten zu Ineffizienz, Frustration und sogar mitunter auch zum Karriereknick.  Dieser Artikel soll diese sechs Verhaltensweisen unter die Lupe nehmen, um sich selbst besser zu verstehen und auch aufzeigen, wie man als Coach, Vorgesetzter oder Kollege anderen dabei helfen kann, die Erfolgs-Vernichtungs-Faktoren zu überwinden. Waldroop & Butler teilen diese Verhaltensweisen in Charaktere wie folgt ein:

  • Der Held
  • Der Meritokrat (der Idealist)
  • Der Bulldozer
  • Der Pessimist
  • Der Rebell
  • Der, der immer ins Schwarze trifft

1. Der Held

Helden sind ergebnis- und erfolgsroientiert und treiben sich selbst und natürlich auch andere immer wieder zu Höchstleistungen an. In der Regel lieben Führungskräfte Helden, die für sie arbeiten. Top Ergebnisse, Deadline-getreue Ablieferung und erfogreichste Projektabwicklung sind ihr Ansporn und ihr stetes Ziel. Das Problem dabei ist, dass Helden sich selbst überanstrengen und ihre Kräfte oft bis zum Burnout verausgaben, da sie ihre Grenzen (und die der anderen) nicht achten. Leider bemerken sie selbst meist zuletzt, dass sie ausgebrannt sind, da sie ihren inneren Bedürfnissen und denen anderer kaum Beachtung schenken. Der Held verschmilzt so sehr mit seiner Aufgabe und seinem Ziel, dass er darüberhinaus wenig Einfühlungsgespür walten lässt für menschliche Bedürfnisse und Grenzen. Da er eher ein Macher ist, fehlen ihm oftmals empathische Fähigkeiten, um Überbelastung bei sich und anderen erkennen und abwenden zu können. Helden findet man gerne an der Spitze von Teams, Projekten und Unternehmen. Sie treiben Dinge dynamisch voran und haben kaum einen Zug zur Tür. Sie arbeiten ständig und hart und verlangen sich und anderen Bestleistungen ab. Es scheint fast so, als lebten sie für die Arbeit.

Will man einem Helden (oder seinen Mitarbeitern) helfen, seine Verhaltensmuster zu überwinden, sollte man zunächst die Wertschätzung für das Engagement, die guten Leistungen und die Einsatzbereitschaft des Helden zum Ausdruck bringen. Jedoch ist es sehr wichtig, auch darauf hinzuweisen, dass man besorgt ist um das Wohlergehen des Helden und seines Teams. Konkrete Beispiele wie z. B. Überstunden, regelmäßige Arbeit bis in den Spätabend und an Wochenenden können ein erster Weckruf für den Helden sein, etwas zu ändern. Der Vorschlag, einen Online-Burnouttest durchzuführen, könnte ebenso zu einer Erkenntnis führen.

Da es Helden schwerfällt, körpersprachliche Signale und Verhaltensweisen anderer zu deuten, ist es sehr wichtig, ihnen dabei zu helfen, die Bedürfnisse anderer achtsamer wahrzunehmen, in dem sie z. B. wirklich genau zuhören und auch ihre Mitarbeiter regelmäßig nach deren Wohlbefinden und Anliegen fragen. Ein kleiner Ratgeber zum Thema Körpersprachen-Basics kann ebenfalls hilfreich sein, andere besser zu verstehen.

2. Der Meritokrat – der Idealist

Der Meritokrat ist der festen Überzeugung, dass eine gute Idee/Erfindung/Erkenntnis für sich selbst spricht und er hat Mühe damit, seine herausragenden Ideen “ zu verkaufen“ oder jemandem schmackhaft machen zu müssen. Meritokraten sind Überzeugungstäter und Idealisten und hassen Geschäftspolitik ebenso wie Verhandlungen. Deshalb verhandeln sie sich selbst meist sehr schlecht und beschneiden dadurch ihre Erfolgschancen enorm. Meritokraten sind sehr intelligent, talentiert und arbeiten intensiv und sind dabei sehr loyal und integer. Doch leider bleibt ihre Karriere oftmals weit unter ihrem Potenzial aufgrund der fehlenden Verhandlungs- und Verkaufsfähigkeiten, so dass andere oftmals vor ihnen befördert werden oder sich gar mit ihren Federn schmücken. Oftmals versäumen sie sogar, ihre Vorgesetzten über nennenswerte Leistungen zu informieren und lassen diese quasi als „normal“ ungeachtet ins Unternehmen einfließen, so dass sie unsichtbar auf dem Karriere-Radar bleiben.

Um einem Meritokrat hilfreich zur Seite stehen zu können, solltest du ihm gegenüber Verständnis dafür zeigen, dass Geschäftspolitik nichts ist, das einem in die Wiege gelegt wird und dass du verstehen kannst, dass er dies als Zeitverschwendung ansieht. Jedoch solltest du ihm bewusst machen, dass eine Idee nur dann wirklich wertvoll ist, wenn auch Menschen  davon erfahren und sie nutzen können. Wie würden wir Kaffee trinken, hätte Melitta den Filter nicht vermarktet?
Hilf ihm dabei, Ideen, Erkenntnisse und Leistungen Mehrwert-betont darzulegen und auf Basis von Fakten komfortabel zu kommunizieren. Vielleicht kannst du anhand einer vergangenen Leistung oder Idee verdeutlichen, wie sich diese hätten professionell vermarkten lassen, ohne sich dabei selbst anbiedernd zu fühlen.

Manchmal haben Meritokraten das Gefühl, dass Verhandlungen eine Win-Lose-Situation darstellen müssen und haben deshalb eine Abneigung dagegen. Du kannst ihnen auch aufzeigen, dass ein Verhandlungserfolg durchaus sehr oft eine Win-Win-Situation ist, bei der beide Verhandlungspartner profitieren.

3. Der Bulldozer

Der Bulldozer realisiert seine Vorhaben und Ziele unter allen Umständen und um jeden Preis. Seine Vorhaben sind ihm so wichtig, dass er mitunter andere vor den Kopf stoßen kann und recht opportunistisch handelt, so dass sein Umfeld ihn auch als rücksichtslos empfindet. Bulldozer haben wenig Vertrauen in andere und leben nach dem Grundsatz: „Wenn es gut werden soll, dann mach es lieber selbst“. Sie sind sehr effektiv, was sie in ihrem Vorgehen weiter bestärkt. Dieses Verhalten führt leider allzuoft zu einer hohen Mitarbeiterunzufriedenheit und Fluktuation. Sowohl Helden als auch Bulldozer begünstigen ein ungemütliches Sozialklima.

Einen Bulldozer sollte man immer sehr direkt und unverblümt in klarer Sprache ansprechen und ihm sein Wirken aus Sicht der anderen bewusst machen. Um allfällige Einwände zu entkräften, ist es sehr sinnvoll, Beweise und Beispiele für entmutigendes und unsoziales Verhalten aufzeigen zu können und dem Bulldozer klarzumachen, dass sein Verhalten gute Kräfte verprellt und dem Unternehmen schadet. Es ist sehr wichtig, den Bulldozer nicht davon abzuhalten, passioniert und dynamisch zu arbeiten, jedoch sollte dies zum Wohle aller geschehen und nicht auf Kosten anderer.

Es wird sicher nicht ganz einfach werden, einen Bulldozer zur Einsicht zu bewegen, aber kein Unternehmen kann sich eine zerstörerische Kraft auf Dauer leisten. Deshalb muss dem Bulldozer auch eine Konsequenz seines Handelns bewusst werden, so dass er dies ändern kann.

Es kann sehr hilfreich sein, auslösende Faktoren von Mobbing, Entmutigung und herablassendem Verhalten gegenüber Mitarbeitern zu identifizieren, und künftig z. B. in einer solchen Situation VOR der Eskalation den Raum zu verlassen, tief einzuatmen oder sich innerlich einen Kraftsatz zu sagen, um professionell bleiben zu können.

4. Der Pessimist

Pessimisten leben gern in der Vergangenheit und scheuen Veränderungen. Sie befürchten stets das Negative, wenn sie an die Zukunft denken und belassen aus diesem Grund lieber alles beim Alten. Deshalb leben sie konstant in einer ängstlichen inneren Haltung und voller Bedenken. Aus Angst, Fehler zu machen, arbeiten sie übervorsichtig, probieren ungern etwas Neues und verhindern so Weiterentwicklung und Fortschritt.

Das Positive ist, dass Pessimisten sehr fürsorglich gegenüber ihren Mitarbeitern und Kollegen und dem Unternehmen gegenüber sehr loyal und verbunden sind. In manchen Unternehmensbereichen kann vorsichtiges und umsichtiges Verhalten sehr sinnvoll sein wie z. B. in der Buchhaltung,   in der Qualitätskontrolle oder im Bereich der Sicherheit. In anderen hingegen kann diese Übervorsicht lähmend und blockierend wirken wie z. B. in der Forschung und Entwicklung, im Marketing oder im Verkauf.

Wenn man mit einem Pessimisten spricht, sollte man seine Gründlichkeit und seine Loyalität einleitend in den Fokus stellen und dann darauf hinweisen, wie schädlich und lähmend eine „Sorgen-Einstellung“ auf Dauer sein kann. Mach dem Pessimisten bewusst, dass Ängste auf die Zukunft gerichtet und deshalb nur fiktiv sind. Und dass man sich selbst erfüllende Prophezeiungen schafft, wenn man seine Aufmerksamkeit dauernd auf das Negative ausrichtet.

Hilf dem Pessimisten zu verstehen, dass alles im Leben der Veränderung unterliegt und dass es ohne Veränderung kein Wachstum geben kann. Hilf Pessimisten dabei, Vertrauen in die Fähigkeiten anderer zu finden, indem sie beginnen, kleinere Aufgaben zu delegieren und sich so selbst weitere Freiräume zu schaffen, anstatt in Arbeit zu ersticken.

Hilf einem Pessimisten dabei zu erkennen, dass Vorsicht in bestimmten Situationen sehr wichtig ist, in anderen jedoch eher schadet, indem er übliche Geschäftssituationen einteilt in Vorsichts-Bereiche und in Normal-Bereiche. Die Normal-Bereiche sollte er dann übungsweise ohne jegliche Bedenken und Vorsicht angehen.

Pessimisten fehlt Vertrauen und alles, was ihnen dabei hilft, Vertrauen aufzubauen – in sich, in die eigenen Fähigkeiten sowie in andere, stärkt sie. Ein Kurs, Buch oder Film zur Stärkung des Vertrauens in das Leben und die Dinge können sehr bereichernd wirken. Aber auch Bestärkung für bereits Geleistetes ist ein gutes Vertrauenspolster.

5. Der Rebell

Rebellen sind starke Persönlichkeiten, die etwas Schwierigkeiten dabei haben, sich anzupassen und Autoritäten zu akzeptieren. Sie kritisieren gern den Status Quo im Unternehmen, die Unternehmenspolitik oder das Management, ohne jedoch selbst etwas dagegen zu unternehmen. Es kann sehr herausfordernd sein, mit solchen Menschen umzugehen. Auch wenn sie gute Arbeit leisten, kann ihre Einstellung das gesamte Sozialklima negativ beeinflussen und Zweifel säen sowie die Firmenloyalität der Mitarbeiter schwächen.

Ihre Negativität zieht auf Dauer die gesamte Arbeitsmoral runter. Deshalb ist es sehr wichtig, Rebellen zu erkennen und ihnen dabei zu helfen, ihre Muster zu durchbrechen. Das Talent der Rebellen, Verbesserungspotenzial zu entdecken, ist sehr wertvoll, wenn es auch dazu eingesetzt wird, diese Verbesserungen zu erzielen, anstatt nur zu klagen. Deshalb ist es wichtig, dass an der Seite von Rebellen motivierende und positive Menschen arbeiten, die das Verbesserungspotenzial lösungsorientiert zusammen mit dem Rebell umsetzen. In der Qualitätskontrolle sind Rebellen sehr gut aufgehoben und auch in der Produktentwicklung, wo sie den Fokus auf Verbesserungen und Lösungen lenken können.

Rebellen sind leicht kränkbar und deshalb ist es enorm wichtig, Kritik niemals persönlich, sondern immer funktionsbezogen zu äußern und dabei ruhig, besonnen, positiv und lösungsorientiert zu bleiben. Ein optimales Tätigkeitsfeld für Rebellen wäre, andere für ein Vorhaben, Projekt oder einen Auftrag gewinnen zu müssen. Auf diese Weise MÜSSEN sie positiv denken und das Positive in den Vordergrund stellen, was sich nachhaltig auch auf ihre eigene innere Haltung auswirken wird.

Wenn ein Rebell sich partout weigert, eine Aufgabe zu übernehmen, dann frage ihn ganz ruhig und sachlich, ob er sich mit Kündigungsgedanken trage, weil sein Verhalten darauf schließen lassen würde. Wenn er dann bekräftigt, dass er keinesfalls kündigen wolle, lass ihn wissen, dass er dann seine Einstellung und Handlungsweise zum Positiven hin verändern müsse, da dauerndes grundloses Beklagen und Kritisieren in der Firma nicht hinnehmbar seien.  Bitte ihn, doch einfach alles, was verbesserungswürdig ist an der Firma, aufzuschreiben und dazu auch gleich Lösungsansätze zu entwickeln, so dass sein Beitrag in eine konstruktive Richtung gelenkt wird.

Die Betari-Box könnte den Rebell durchaus auch zum Nachdenken bringen:

Betari-Box

 

6. Der, der immer ins Schwarze trifft

Der, der immer ins Schwarze trifft tut alles für die Anerkennung und Bewunderung seiner Vorgesetzten und Kollegen. Er erzielt ebenso wie der Held oder der Bulldozer große Erfolge, zieht die dicksten Fische an Land und ist ein Verkaufsschlager, jedoch tut er dies alles aus dem Bedürfnis nach Anerkennung heraus und nicht aus persönlicher oder unternehmerischer Motivation heraus.

Die ins Schwarze treffenden sind zweifelsohne sehr erfolgreich, aber sie haben größere Augen, als sie essen können. Ihr Verhalten kann zuweilen größenwahnsinnig wirken und sowohl die eigenen Perspektiven als auch den Erfolg des Teams dadurch negativ beeinflussen, wenn sie über das Ziel hinausschießen.

Wenn du „mit ins Schwarze treffenden“ über ihr Verhalten sprechen möchtest, solltest du zunächst den Erfolg und Wert für das Unternehmen hervorstellen. Aber darüber hinaus solltest du ihn wissen lassen, dass seine Einstellung auf Dauer ungesund und für andere kaum durchhaltbar ist, da sie zu viel abverlangt. Frag ihn konkret, was seine Karriereziele sind und mach ihm bewusst, dass er auch mit weit weniger Einsatz, diese Ziele erreicht und dass Erfolg nicht über Nacht gezaubert werden muss.

Erkläre ihm, dass auch andere sehr erfolgreiche Menschen den Erfolg nicht mit der Gießkanne über sich ergießen ließen, sondern Step by Step und Erfahrung um Erfahrung dahin gelangt sind. Wenn man hingegen unter Vollgas unterwegs ist, verpasst man Gelegenheiten der Erkenntnisse und Entwicklung und erzielt nur Kurzzeiterfolge mit hohen Kollateralschäden (Mitarbeiter, Gesundheit etc.)

Ermutige ihn, den Teamerfolg in den Fokus zu stellen anstatt nur das eigene Vorankommen im Auge zu behalten und zeig ihm auf, welche positiven Effekte Teamwork beinhaltet, da man z. B. weitaus größere Ziele erreichen kann als ganz allein.

 

Fazit

Vielleicht erkennst du dich ja wieder in einem der Charaktere wieder oder du erkennst Verhaltensweisen von anderen, denen du dabei helfen kannst, sich weiter zu entwickeln. Wie auch immer, ich persönlich finde diese Einteilung doch ziemlich interessant und hoffe, dass sie dir einen guten Impuls geben konnten. 🙂

 

 


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