Impostor-Syndrom: So löst du dein Erfolgs-Sabotage-Programm auf

Gepostet von am 12. November 2015 in beliebte Themen, Gelassenheit, Gesundheit, Glaubenssätze, Karriere & Beruf, Lebens-Wendepunkte, Lebensfreude, persönlicher Erfolg, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Impostor-Syndrom: So löst du dein Erfolgs-Sabotage-Programm auf

Du bist fleißig, gibst dein Bestes, bist hoch qualifiziert und doch bleibt der berufliche Erfolg aus oder du fühlst dich unverdient erfolgreich? Dann leidest du vielleicht am sogenannten Impostor-Syndrom, auch Hochstapler-Syndrom genannt. 1978 fanden Pauline Clance und Suzanne Imes an der Georgia State University heraus, dass es viele Menschen gibt (bis zu 70% aller Menschen), die die eigenen Erfolge, Fähigkeiten und ihr Know-How nicht anerkennen können. Sie fühlen sich anderen gegenüber wie Hochstapler und haben ständig Angst davor, irgendwann als inkompetent oder unfähig erkannt zu werden. Die Angst, dass andere herausfinden könnten, dass man doch nicht so gut ist, wie man auf den ersten Blick erscheint, lähmt ihre Selbstsicherheit.

Sie schreiben die eigene positive Entwicklung und Erfolge äußeren Faktoren zu wie Glück, Beziehungen, speziellen Umständen etc. Sie haben das Gefühl, dass alles, was sie können, unverdient sei und andere alles viel besser könnten. Egal wie viele Ausbildungen sie hinter sich bringen, in ihnen tief bleibt jedoch konstant der empfundene Mangel an Kompetenz. Wenn sie das erlernte Wissen anwenden, haben sie das Gefühl, fremde Ideen und Erkenntnisse zu kopieren, anstatt die eigene Fähigkeit anzuerkennen, Wissen sinnvoll in der Praxis anzuwenden.

Interessant dabei ist auch, dass mehr Frauen von diesem Phänomen betroffen sind als Männer. Sehr oft sind diese Frauen sehr gut ausgebildet und hoch kompetent, sabotieren ihren eigenen Erfolg und ihr berufliches Vorankommen jedoch, indem sie sich nicht trauen, ihr Know-How wirklich gewinnbringend einzusetzen.

5 Faktoren des Impostor-Syndroms:

  • Herabsetzen der eigenen Stärken
  • Überschätzung fremder Eigenschaften und Stärken
  • Hohe Anforderungen an sich selbst – Perfektionismus
  • Nur sehr kurze oder fehlende Freude nach Erfolgen (das Gefühl des unverdienten Erfolges überwiegt)
  • Auf Dauer fehlende Lebensfreude (bis hin zu Depression)

Was nützen einem die größte Kompetenz und das tiefste Wissen, wenn sie nicht umgesetzt werden? Was nützt z. B. einem eloquenten und hochgebildetem Referenten sein Wissen, wenn er keine Vorträge und Reden hält, weil er denkt, sein Wissen sei nicht so mitteilungswürdig wie das Wissen anderer? Oder wenn er denkt, dass sein Wissen ein oller Hut und nicht wirklich brillant sei? Was bringen bahnbrechende Erfindungen, wenn niemand davon erfährt? Was nützt Führungskompetenz, wenn man sich nicht zutraut, eine Führungsrolle zu übernehmen? Herzlich wenig. Aus der Befürchtung heraus, dass das eigene Wirken nicht gut genug sei, behalten Betroffene viele Kompetenzen, Ideen und Erkenntnisse leider für sich und schneiden sich somit vom Erfolg ab.

Raus aus der Selbstzweifel-Falle

In meinem Artikel „So überwindest du deinen Tiefpunkt“ gehe ich unter anderem darauf ein, wie wichtig es ist, sich seiner eigenen Stärken bewusst zu werden. Und genau das ist schon der zweite Schritt. Der erste Schritt ist bereits allein durch das Bewusstmachen des Impostor-Syndroms gemacht. Sobald man eine Erkenntnis gewinnt, ist man bereits einen großen Schritt weiter.

Beim Herausfinden der eigenen Stärken ist es sehr hilfreich, über vergangene Erfolge nachzudenken und sich dabei zu fragen, durch welche Eigenschaften und Stärken man den Erfolg erzielen konnte.

Hier ein konkretes Beispiel:
Beate hat sich vor drei Jahren zur Heilpraktikerin ausbilden lassen und arbeitet zwei Tage nebenberuflich in der eigenen Praxis. Obwohl ihre Patienten ihr regelmäßig von der gesundheitlichen Verbesserung ihres Zustandes berichten, fällt es Beate schwer zu glauben, dass diese Verbesserungen auf ihre Behandlungen zurück zu führen seien. Auch wenn die Patienten felsenfest von ihren Behandlungsmethoden und Erfolgen überzeugt sind, bleibt bei Beate immer ein Zweifel und die Angst, dass die Beschwerden doch wieder zurück kommen könnten.

Wenn Beate sich nun folgende Fragen stellt:

In welchem Zustand kamen die Patienten zu mir?
Antwort: Krank, verzweifelt, hoffend, mit Schmerzen, die Ursache nicht kennend

In welchem Zustand sind sie nach der Behandlung?
Antwort: Gesund oder zumindest gesünder, erleichtert, mit Erkenntnisgewinn und Kenntnis der Ursache des Leidens, schmerzfrei, glücklich, lebensfroh, zuversichtlich

Was habe ich getan, um ihnen zu helfen?
Antwort: Wirklich zugehört, Zeit genommen, Zusammenhänge erfragt und hergestellt, verschiedenes Wissen angewandt, Mitgefühl empfunden, Mut zugesprochen

Welche Eigenschaften oder Stärken stehen dahinter?
Antwort: Aufmerksame Zuhörerin, Wohlwollen, interdisziplinäre Kombinationsgabe, Kreativität (bei der Kräuterauswahl), Empathie, mentale Stärke

So kommt Beate zu der Erkenntnis, dass die Genesung nicht auf Zufall oder Glück beruht, sondern dass ihre Stärken und ihr Wirken tatsächlich dazu beigetragen haben, den Patienten Besserung zu verschaffen. Ein gutes Training wäre, sich bei jedem Patienten nach einer Sitzung kurz in Erinnerung zu rufen, welche Stärken man gerade genutzt hat. Auf diese Weise konditioniert man sich, das Gute an sich anzuerkennen, anstatt die Aufmerksamkeit auf die vermeintlichen Unzulänglichkeiten zu lenken.

Rettungs-Satz:

Wann immer die Selbstzweifel und die Angst vor Versagen aufkommen, kann dieser Satz unmittelbar helfen: „Wenn ich keine Angst hätte, würde ich…“ Beate könnte diesen Satz z. B. so vervollständigen: „Wenn ich keine Angst hätte, würde ich mich trauen, mehr auszuprobieren und mein Wissen in Weiterbildungen weitergeben“

Sich die eigenen Stärken und Erfolge immer wieder bewusst zu machen, hilft dir dabei, eine realistische Einschätzung deiner Fähigkeiten zu gewinnen anstatt chronisch tief zu stapeln. Das Erfolgstagebuch könnte hierfür genau das Richtige für dich sein.

 


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