Erkenne deinen Wert & finde deinen Weg

Gepostet von am 30. Juli 2015 in beliebte Themen, Gelassenheit, Lebensfreude, persönlicher Erfolg, Selbstbewusstsein | 3 Kommentare

Erkenne deinen Wert & finde deinen Weg

Kennst du deinen Wert? Kannst du vollkommen gelassen bleiben, wenn dich jemand kritisiert oder anderer Meinung ist? Besitzt du die Fähigkeit, in Konfliktsituationen innerlich ruhig zu bleiben und nicht automatisch in eine Verteidigungsposition zu geraten? Wenn nicht, dann folge mir doch hier auf einer kurzen Reise in dein Inneres – zu deinen Bedürfnissen, deinem Potenzial und dem, was dich von deinem Erfolg möglicherweise (noch) abhält.

Sokrates sagte einst: „Mensch, erkenne dich selbst, dann weißt du alles.“. Meiner Meinung nach gehen Selbsterkenntnis und Gelassenheit Hand in Hand. Ein Mensch, der sich seiner selbst mit all seinen Licht- und Schattenseiten bewusst ist, der verfügt auch über die innere Gelassenheit, aus jeder Situation das Beste machen zu können. Sehr wesentlich beeinflusst unser Verhalten die Unsicherheit in Bezug auf unsere Wirkung auf andere. Komme ich sympathisch rüber? Nehmen mich die anderen ernst? Wirke ich souverän und  kompetent? Ein Mensch, der sich seiner selbst nicht bewusst ist, stellt sich immer wieder solche Fragen und versucht, sich seinem Gegenüber unbewusst anzupassen, um dessen Anerkennung, Aufmerksamkeit und Wertschätzung zu erlangen.

Und genau deshalb wirkt er unsicher und angestrengt. Körpersprache und Gesagtes sind dann selten im Einklang, weil er sich am Gegenüber orientiert und nicht innerlich frei kommuniziert. Viele von uns erwarten Anerkennung für ihr Tun anstatt für das Sein und wir bewundern Menschen, die viel geleistet haben und erfolgreiche Macher sind.

Eine Frage an dieser Stelle: Hast du schon jemals einen weisen und erfolgreichen Menschen gesehen, der hektisch und unsicher wirkte? Der ständig im TUN war? Wohl eher nicht. Menschen, die auf uns erfolgreich und souverän wirken, strahlen Gelassenheit aus und wirken nie gestresst und nervös. Körpersprache und Worte bilden eine harmonische Einheit und sie lassen sich Zeit, anstatt in blinden Aktionismus zu verfallen. Und warum ist das so? Nun, ganz einfach: Diese Menschen kennen sich selbst mit all ihren Stärken und Schwächen. Und sie wissen, ihre Lichtseiten so strahlen zu lassen, dass die Schattenaspekte Nebensache sind.

Was sind deine Lichtseiten?

Gelass

 

Wenn du deinen Wert erkennen möchtest, solltest du einfach mal Bilanz ziehen. Bist du es dir wert, dir die Zeit zu nehmen und Inventur in Bezug auf deine Stärken und Beschränkungen zu machen? Wenn ja, dann los: Teile ein Blatt in zwei Hälften. Links schreibst du dein Potenzial auf, also all deine Stärken und Begabungen. Folgende Fragen helfen dir dabei:

  • Was fällt mir im Alltag leicht?
  • Welche Aufgaben machen mir beruflich (oder Schule/Studium/Ausbildung) besonders viel Freude?
  • Bei welchen Themen/Aufgaben fragen andere mich um Rat?
  • Welche Eigenschaften machen meine Persönlichkeit aus?
  • Was mögen andere (Freunde, Kollegen) an mir?
  • Welche Komplimente höre ich öfter?
  • Welche Stärken sehen meine Eltern in mir?
  • In welchen Situationen reagiere ich besonders gut? Welche Stärke steht dahinter?
  • Welche Fähigkeit steckt in mir, die ich noch etwas mehr ausbauen könnte?
  • Was hast du zu geben?

Und nun frage dich: Wieviel Zeit investiere ich in die Pflege meiner Stärken, indem ich sie mir immer wieder bewusst mache? Wie oft bist du stolz auf all das, was dir gut gelingt anstatt dich über das zu ärgern, das noch nicht passt? Wie oft vergleichst du dich mit anderen und hast das Gefühl, schlechter abzuschneiden? Nützt dir dieser Vergleich etwas?

Was sind deine Schattenseiten?

Da wo Licht ist, ist auch Schatten. Es ist also auch wichtig auf dem Weg zur Selbsterkenntnis, seine Schattenseiten zu kennen und mit diesem Wissen sorgsam umzugehen.

Schreibe nun auf die rechte Seite all die Dinge, Eigenschaften und Fähigkeiten auf, die für dich Beschränkungen und Schwächen darstellen. Folgende Fragen helfen dir dabei:

  • Welche Eigenschaften oder Verhaltensweisen ärgern mich an mir?
  • In welchen Situationen fühle ich mich blockiert oder gehemmt und unsicher? Warum – was ist die Angst dahinter? (Anerkennung verlieren, Scham, dumm da zu stehen etc.)
  • In welchen Situationen ist mein Schweinehund stärker als ich? Warum? Was haben die Situationen gemeinsam? Welcher Begriff steht dahinter? (z. B. Motivation, Angst es nicht zu schaffen, etc.)
  • Was mögen andere an mir nicht?
  • Wofür schäme ich mich?
  • Was sehe ich selbst als meine Schwächen?

Spinn Stroh zu Gold

In jedem Menschen ist Sonne – man muss sie nur zum Leuchten bringen. (Sokrates)
Keine Schwäche ist einfach nur negativ und viele Beschränkungen, die wir als solche sehen, können durchaus etwas Positives beinhalten. Schau nun nochmals auf die rechte Seite mit den Beschränkungen und  überlege dir,

  • Was von all den Dingen tatsächlich eine unabänderliche Tatsache ist. Jetzt und für immer. Markiere dies. Und nun frag dich: Wenn ich diese Tatsache ohnehin nicht ändern kann, nützt es mir etwas, mich deswegen schlecht zu fühlen? Bringt mich das weiter oder kann ich es einfach annehmen, mir dieser Schwäche bewusst zu sein und meinen Frieden damit zu finden? Wenn dir das gelingt, wird dich auch niemand aus der Ruhe bringen, indem er diese Schwäche aufdeckt. Du wirst ruhig bleiben können und dazu stehen, ohne emotional zu werden. Denn jeder hat seien Schattenseiten – so viel ist sicher. Stehen wir doch einfach dazu!
  • Welche Dinge lassen sich ändern?
  • Wie könntest du sie ändern? Was brauchst du dazu?
  • Bei dem Punkt: „Was mögen andere nicht an mir?“ stell dir die Frage: Mag ich dies denn an mir selbst? Und wenn nicht, wie kann ich es ändern?
  • Welche Schwäche oder Beschränkung könnte in einer anderen Situation auch eine Stärke sein?

Deine Bilanz?

Nun, da du dir die Mühe gemacht hast, dir deiner Stärken und Beschränkungen bewusst zu werden, bist du so viel weiter als die meisten Menschen. Kaum jemand ist es sich wert, sich die Zeit zur Innenschau zu nehmen. Was kannst du mit den neuen Antworten anfangen? Überlege dir, welche Beschränkungen nur Papiertiger waren und einfach nur als Gedanken (Illusion) in deinem Leben und  Kopf herum gespukt sind und dich von dem abgehalten haben, was dir wichtig ist?

Nimm dir doch einfach vor, ab heute deine Stärken bewusst zu leben und einzusetzen. Du bist immer der Beste, der DU sein kannst. Das Vergleichen mit anderen ist zwecklos. Jeder hat seinen Weg. Erkenne, dass du deinem Weg folgst und dein Weg ist immer der Weg, bei dem du dich wohl fühlst und nicht gegen endlose Widerstände ankämpfen musst. Es ist der Weg des Herzens.

Heute kannst du beginnen, deinen Weg zu gehen – im Bewusstsein deiner Stärken. Schau dir die Stärken nochmals genau an und nimm sie ganz bewusst wahr. Du hast so viel zu geben. Nimm ab heute die bewusste innere Haltung des Gebenden ein. DU HAST SO VIEL ZU GEBEN! Gehe nicht als Wollender und Brauchender durch das Leben, denn dann ziehst du Wollende und Brauchende an und wirst immer wieder enttäuscht. Du bist wertvoll und einzigartig und du hast so viel zu geben.

„Ich habe damit begonnen, mir selbst ein Freund zu sein. Damit ist schon viel gewonnen, man kann dann nicht mehr einsam sein. Wisse auch, daß ein solcher Mensch, allen ein rechter Freund sein wird.“ (Seneca)

Beherzige dieses Zitat von Seneca, denn du bist es dir wert.


3 Kommentare

  1. Griaß Di Evelyn, also ich bin heute auf der Suche nach mir Selbst auf deine Seite gestossen, also nicht zufällig und ich muss Dir ehrlich sagen dass was Du da schreibst passt genau zu meiner Lebenseinstellung und erweitert auf positivem Weg meinen Horizont. Ich freue mich schon auf viele weitere Artikel von Dir.
    Schöne Grüße

    Werner

  2. Hallo Frau Wenzel,

    ich wollte einfach mal Danke sagen für diesen tollen Artikel!

    Fast genau das rate ich meinen Teilnehmern im Jobcoaching. Und leider ist das es ein Hauptproblem, dass wir uns nicht mit unseren Stärken und Fähigkeiten auseinandersetzen, uns diese meist nicht bewusst machen und/oder erarbeiten. Doch genau da liegen auch aus meiner Sicht die Chancen!

    Wenn wir genau dafür Zeit, Kraft und Energie einsetzen, wird sich viel verändern und es kommt viel Energie und Lebensfreude zurück!

    Lieben Gruß
    Mario Mevert

    • Lieber Mario,
      für mich ist das „du“ die persönlichere Ansprache. Also bin ich mal so frei 😉
      Schön, dass dich mein Artikel so anspricht. Im Jobcoaching geht es sehr stark darum, welche innere Haltung der Jobsuchende einnimmt. Gedanklich aufgegeben zu haben, ergibt eine extrem niedrige Vermittlungschance. Man gewinnt immer zuerst im Kopf. Es ist genau so, wie du es schreibst.
      Liebe Grüsse
      Evelyn

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