Verschieberitis: die Angst vor Veränderung

Gepostet von am 1. Oktober 2014 in beliebte Themen, Lebensfreude, persönlicher Erfolg, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Verschieberitis: die Angst vor Veränderung

Am Wochenende war ich auf einem Kongress für Veränderungsmanagement und natürlich hat mich der Event total inspiriert, diesen Artikel zu schreiben. Denn: Veränderungen betreffen nun wirklich jeden von uns und wenn wir ehrlich sind, dann haben viele Leute Veränderungen genau so gern wie einen Pickel auf der Nasenspitze.

Unser Leben ist ein stetiger Veränderungsprozess und doch wünschen wir uns Beständigkeit, Verlässlichkeit und Vorhersehbarkeit in unserem Leben. Es gibt nur wenige Menschen, die ich kenne, die es lieben, wenn ihr Leben mal wieder Kopf steht und sich größere Veränderungen anbahnen. Den meisten machen sie eher Angst. Natürlich betrifft das nur diejenigen Veränderungen, die nicht vorhersehbar positiv sind wie eine neue Liebe, Beförderung, Gewinne etc. Und das liegt daran, dass das Ergebnis der Veränderung in der Zukunft liegt und Angst ebenso immer nur zukunftsgerichtet ist. Eine bereits durchlebte Veränderung kann in dir keine Angst auslösen, denn sie ist bereits bekannt und Bekanntes macht keine Angst. Alles, was jedoch in der Zukunft liegt, ist noch ungewiss und erzeugt bei vielen Menschen Unsicherheit und Stress.

Ohne Veränderungen würden wir jedoch alle noch am Boden liegen und vor uns hinsabbern. Denn als Baby und Kleinkind verändern wir uns in einer so rasanten Geschwindigkeit, dass uns heute schwindelig davon werden würde. Zum Glück ist der bewusste Verstand von Babies und Kleinkindern noch nicht so ausgereift und steht ihnen beim täglichen Veränderungsmanagement im Weg. Es ist also für unsere Entwicklung von höchster Wichtigkeit, Veränderungen zu meistern und je größer der innere Widerstand dagegen ist, desto stärker ist der Widerstand gegen das Leben an sich.

Denn Leben ist Veränderung! Wir verändern uns permanent und können es gar nicht verhindern. Jedoch können wir eine Veränderung lenken und beeinflussen durch unsere innere Haltung zum Leben, zu uns selbst und gegenüber anderen Menschen. Und wenn du selbst nichts verändern möchtest, dann wird die Umwelt und dein Umfeld auf dich wirken und dich verändern – ob du es nun willst oder nicht. Oder hat dich jemals jemand danach gefragt, ob du mit dem Computerzeitalter einverstanden bist oder mit Mobiltelefonen? Und jetzt? Alle nutzen sie und ein Leben ohne ist kaum vorstellbar, auch deins.

Wenn du also dazu neigst, Entscheidungen und Vorhaben aufzuschieben sowie Veränderungen möglichst zu vermeiden, dann bremst du deine eigene Entwicklung und trittst auf der Stelle – im Beruf wie auch privat. Doch was hält dich eigentlich davon ab, Veränderungen erfolgreich zu meistern? Es sind unter anderem folgende Dinge:

6 typische Ausreden und Fallen, die dich daran hindern, Veränderungen zu meistern

Veränderungen meistern1. Mir geht`s doch eigentlich ganz gut!
Natürlich gibt es immer noch jemanden, dem es schlechter geht als dir, der wirklich noch ärmer dran ist und im Vergleich dazu, geht es dir doch wirklich gut. Diese Einstellung bügelt im Vorfeld gleich jede Bemühung ab, etwas zu meistern oder voranzutreiben. Sehr gern wird auch der Satz bemüht: Man muss doch auch mal zufrieden sein! Genau. Nur weiter so und man wird immer den anderen dabei zusehen, wie sie die Erfolge einstreichen während man selbst auf der Ersatzbank Staub ansetzt.

2. Ja, aber…
Kennst du auch Leute, die dir ihr Leid klagen und wann immer du eine zündende Idee oder Lösung aus dem Ärmel schüttelst, kommt der Satz: Ja, das klingt ja wirklich toll, aber bei mir funktioniert das leider nicht! Klar! Was soll man dazu noch sagen?

3. Ich habe keine Zeit
„Ich würde ja so gern etwas verändern, aber im Moment geht das wirklich nicht! Ein Killersatz, der in Endlosschleife läuft und alles zum erliegen bringt. Heute gestalte ich meine Zukunft von morgen. Wenn ich heute keine Zeit habe, habe ich sie morgen auch nicht!

4. Ich kann das doch eh nicht! Die anderen können das doch eh besser.
Wer sich dauernd mit anderen vergleicht, tritt auf der stelle und schneidet immer schlecht ab. Denn wer dies tut, eifert anderen nach, anstatt seine eigenen Stärken und sein Potenzial zu entfalten. Und das kostet Kraft und Energie. Logisch, dass dann nix mehr übrig bleibt, um etwas zu bewegen oder verändern. Wie wäre es mal stattdessen mit: Ich will, ich kann, ich werde!?

5. Das mache ich morgen!
Dieses morgen wird leider nie kommen… denn es bleibt auch morgen bei morgen…

6. Und wenn`s schief geht?
Die Angst davor, dass es schief gehen kann, lähmt viele von uns. Doch es ist nur ein Gespenst, das beim Licht einschalten verschwindet. Stell dir ruhig wirklich die Frage: Was passiert tatsächlich, wenn es schief geht? Wie schlimm ist dann die Konsequenz? Und was wenn es klappt? Meistens haben wir viel mehr zu gewinnen als zu verlieren!

Statt deine Zeit zu vergeuden und dein Leben durch Ausreden künstlich klein zu halten, habe ich hier noch einpaar schöne Impulse, die dir dabei helfen, Veränderungen bestmöglich zu meistern und in eine Chance zu verwandeln.

7 Fragen, die dir dabei helfen, Veränderungen erfolgreich zu meistern

  1. Was will ich ändern?
  2. Warum will ich es ändern?
  3. wie will ich diese Veränderung bewirken?
  4. Was passiert, wenn ich es nicht tue/verändere?
  5. Was passiert, wenn ich es tue/verändere? Und wie fühle ich mich dann?
  6. Wer oder was kann mich wirklich davon abhalten?
  7. Welchen Grund habe ich, mich nicht davon abbringen zu lassen?

Wenn du dich bei einer anstehenden größeres Veränderung mit diesen Fragen beschäftigst, dann richtest du dich automatisch darauf aus, die Herausforderung zu meistern. In der Regel macht uns das Angst, was zum ersten Mal geschieht und größere Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Und das, obwohl wir ständig Dinge zum ersten Mal tun, ohne es uns wirklich bewusst zu machen. Bei größeren Themen, die dir bewusst sind als Premiere, hilft dir folgende Maßnahme, um Unsicherheit abzubauen und eine innere Haltung des Vertrauens einzunehmen:

Wirkungsvolle Übung: Vertrauen gewinnen bei Veränderungen

Indem du dir im Kopf bereits vorstellst, wie du die neue Herausforderung meistern wirst, ist es für dich so, als hättest du diese Erfahrung bereits gemacht und somit ist es nicht mehr das erste Mal!  Alles, was du dir vorstellen kannst, kannst du auch erreichen. Das ist wissenschaftlich bewiesen und wird im Leistungssport tagtäglich praktiziert. Die Visualisierung ist ein mächtiges Instrument des Mentaltrainings und beinhaltet nichts anderes, als sich künftige Erfolge bereits als erlebt vorzustellen.

Eine wissenschaftliche Untersuchung hat aufgezeigt, dass Menschen, die ein körperliches Trainingsprogramm nur mental und nicht physisch absolviert hatte, nach vier Wochen Muskelaufbau erzielen konnte sowie Fettverbrennung. Die real körperlich trainierende Kontrollgruppe hatte das gleiche Training wirklich körperlich absolviert und natürlich einen stärkeren Trainingseffekt erzielt. Erstaunlich ist nur, dass die „Sofa-Trainierer“ tatsächlich messbare Trainingseffekte aufweisen konnten, obwohl ihr Training nur im Kopf stattfand.

Selbst bei banalen Kraftübungen kann mentales Training die Leistungen verbessern. Das bewies ein Team des Neurowissenschaftlers Vinoth K. Ranganathan vom Cleveland Clinic’s Lerner Research Institute im Jahr 2004 in einer Studie. Sie ließen Probanden mental das Abspreizen des kleinen Fingers sowie das Beugen des Ellbogens trainieren. Im Vergleich zu Probanden, die weder mental noch physisch trainiert hatten, stieg die Muskelkraft der Mentaltrainierer nach 12 Wochen deutlich an. Das liegt daran, dass beim mentalen Training ähnliche Areale im Gehirn aktiviert werden wie beim körperlichen Training. Hier findest du einen spannenden Artikel dazu.

Was immer dir also bevorsteht, kannst du durch deine Vorstellungskraft unmittelbar beeinflussen, indem du dir vorstellst, das bestmögliche Ergebnis bereits erzielt zu haben. Dale Carnegie, ein sehr bekannter Vertreter des positiven Denkens hat gesagt: „Fühle, denke und handle, als seist du bereits erfolgreich und du wirst erfolgreich.“

Im Wissen über deine eigene Gestalterkraft wirst du vielleicht in Zukunft gelassener bleiben können bei anstehenden Veränderungen und das Gefühl haben, diese aktiv zu beeinflussen und zu gestalten, anstatt ihnen ausgeliefert zu sein. Das Einzige, das du tun musst, ist deine Vorstellungskraft zu nutzen und im zweiten Schritt danach zu handeln 🙂

Zum Anschluss fällt mir noch das Zitat ein: Veränderung ist die einzige Konstante. (Heraklit)

 


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