Veränderungsblindheit: Warum deine Zukunft ganz anders aussieht, als du heute glaubst

Gepostet von am 1. Dezember 2014 in beliebte Themen, Karriere & Beruf, persönlicher Erfolg, Selbständigkeit, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Veränderungsblindheit: Warum deine Zukunft ganz anders aussieht, als du heute glaubst

Ein Mensch denkt durchschnittlich 12 Prozent seiner Wachzeit über die Zukunft nach – also ca. 1 Stunde am Tag. Zukunft ist jedoch nichts anderes als Science Fiction und ist noch nicht passiert. Wir malen uns also aus, wie es sein wird in unserer Zukunft. Was wir dabei jedoch übersehen, ist, dass um uns Veränderungen stattfinden, die unsere eigene Zukunft und die der gesamten Gesellschaft maßgeblich beeinflussen und verändern. Bestimmte Trends und Erfindungen, die uns nicht bekannt sind, Einstellungsveränderungen vieler Menschen, die wir nicht erkennen und so weiter. All die Dinge geschehen vor unserer Nase und doch sehen wir sie nicht. Wir sehen sie nicht, da wir blind gegenüber diesen Veränderungen sind – man nennt dies Veränderungsblindheit oder im englischen change blindness.

Du siehst die Dinge nicht, die sich verändern, weil du deine Aufmerksamkeit und somit deinen Fokus auf etwas anderes gerichtet hast. Hier habe ich ein kleines Experiment für dich, um dich davon selbst zu überzeugen. Ein wunderbarer Versuch hierzu ist von Daniel Simons und heißt „Monkey Business Illusion“. Zähle in diesem Film bitte die Anzahl der Ball-Pässe, die sich die Mannschaft mit den weißen T-Shirts zuwerfen.

 

Und? Hast du den Gorilla gesehen? 50 % der Leute sehen ihn nicht und diejenigen, die ihn sehen, sehen nicht unbedingt auch, dass der Vorhang seine Farbe geändert hat. Hast du es gesehen? Und genauso laufen wir durch das Leben. Das, was uns wichtig ist, das nehmen wir wahr. Das, was uns nicht wichtig zu sein scheint, blenden wir aus. Solange wir uns auf all das Positive und Lebensfreude-steigernde im Leben fokussieren, ist dagegen wahrscheinlich auch nichts einzuwenden – außer natürlich, es würde einem vor lauter Glück, Erfolg und Lebensfreude langweilig werden 😉

 

Was nützt dir diese Erkenntnis?

Wenn du wirklich auch dauerhaft erfolgreich sein möchtest, dann ist es sehr hilfreich, zukünftige gesellschaftliche Entwicklungen und Zukunfts-Trends in deine Denkweise zu integrieren, denn diese Entwicklungen führen zu Bedürfnissen und letztlich zu wirtschaftlichen Auswirkungen. Ein Unternehmen, das seine Zukunftsstrategie auf der Basis von heute aufbaut, wird immer demjenigen hinterher hinken, das vergangene Entwicklungen beobachtet, die Gegenwart analysiert, Bedürfnisse und Verhaltensänderungen beobachtet und daraus die Zukunft ableitet – branchenübergreifend, um die Betriebsblindheit zu vermeiden.

Im Jahr 1943 traf IBM-Chef Thomas J. Watson die Aussage:  „Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.“ Und hätte Henry Ford damals seine Mitbürger gefragt, was sie sich wünschten, hätten sie sicher geantwortet: schnellere Pferde. Er hatte aber größere Visionen. Er träumte von Autos. Die meisten Menschen sahen die Zukunft mit den Augen der Gegenwart – ohne einzubeziehen, dass z. B. eine Erfindung/Veränderung die Gesellschaft und dadurch ihre Bedürfnisse grundlegend verändern könnte. Doch wie sehr hat allein das neue Computerzeitalter unsere Gesellschaft verändert und wieviele Berufe sind aufgrund dessen komplett neu entstanden, die früher völlig undenkbar gewesen wären? Und genauso ist es auch heute. Unsere Gesellschaft verändert sich gerade so rasant wie noch nie und dies liegt nicht allein am technischen Fortschritt. Denkweisen, Lebenseinstellungen, Ressourcen-Verantwortungsgefühl und Nachhaltigkeitsbedürfnisse verändern sich und wer sich darüber keine Gedanken macht, der wird blind für die Zukunft und seine eigenen Möglichkeiten.

 

Veränderungsblindheit: 4 Gründe, warum wir Veränderungen nicht erkennen

1. Schleichende Veränderung

Wissenschaftliche Versuche mit der menschlichen Auffassungsgabe haben gezeigt, dass die Grenze zwischen Wahrnehmung und Nichtwahrnehmung bei ca. 12 Sekunden liegt. Wenn sich etwas langsam (12 Sekunden) verändert, dann nehmen wir es nicht wahr. Wenn man beispielsweise ein Landschafts-Bild auf dem Bildschirm betrachtet und sich innerhalb von 12 Sekunden ein Detail wie z. B, ein zusätzliches Objekt, Farbe usw. verändert, dann registrieren die meisten Menschen dies nicht. Ein anderes Beispiel ist die Umweltverschmutzung. Würden plötzlich an allen Flüssen und Seen Warnschilder aufgrund von Giftigkeit aufgehängt,  würde dies Proteste auslösen und neben Umweltschützern auch die Bevörlkerung unmittelbar auf den Plan rufen. Die schleichende Verschmutzung über Jahrzehnte hingegen nehmen wir mit allen Konsequenzen hin. Es gibt sogar Smog-Anzeigen auf Autobahnen, über die sich niemand von uns wundert…

2. Extrem schnelle Veränderung

Wie wir Menschen blind gegenüber schnellen Veränderungen sind, zeigt ohne viele Worte dieser nette Versuch, bei dem ein nach dem Weg Suchender einfach vor der Nase ausgetauscht wird und der Erklärende es nicht bemerkt. Wirklich eindrücklich.

3. Unsichtbarkeit durch Erwartung einer gewohnten Entwicklung – lineares Denken

So wie ich es bereits oben erläutert habe, werden wir blind für Veränderungen, wenn wir über das Morgen aus der Sicht von heute denken und dabei erwarten, dass sich die Zukunft linear genau so weiterentwickelt. Die meisten Veränderungen waren eben nicht linear, sondern passierten durch ein bahnbrechendes Ereignis wie Erfindungen (Glühbirne, WC, Computer, Auto…). Trends, die linear 1990 noch nicht absehbar waren und heute unser Sozial-Leben und Verhalten mit prägen sind z. B. facebook, Google, Amazon…

Du selbst könntest dir hier die Frage stellen, wie die Bedürfnisse deiner Kunden sich in den kommenden 10 Jahren verändern könnten aufgrund von gesellschaftlichen, ökologischen, wirtschaftlichen oder technischen Veränderungen.

4. Blindheit durch eigene Realität

Wir glauben, dass alles so ist, wie wir es persönlich sehen. Aber die individuelle Wahrnehmung ist extrem trügerisch und hat mit Realität nichts zu tun. Realität ist immer subjektiv und jeder Mensch kreiert seine eigene Realität auf Basis seiner Intelligenz, Erfahrungen, Erziehung, Interessen, Tagesform und vielem mehr. An Zeugenaussagen kann man das wunderbar beobachten.
Ein wichtiger Punkt hierbei ist die innere Haltung wie z. B. die des Pessimisten. Jemand, der sich auf das ausrichtet, was nicht gut läuft und was alles (negatives) passieren könnte, nimmt logischerweise auch immer genau das wahr, worauf er sich konzentriert – also Negatives.
Grübeln und Zweifel verursachen Ängste und Ängste sind immer auf die Zukunft gerichtet, nie auf die Vergangenheit. Wie wäre es denn stattdessen damit, positiv über die Zukunft zu denken und sich darauf auszurichten, was ich künftig möchte, statt auf Befürchtungen? Denk an den Gorilla. Wenn du dich so sehr drauf fokussierst, was alles schief gehen könnte, wirst du verpassen, das zu sehen, was alles schon gut ist und noch besser werden könnte. Alles ist immer gleichzeitig da – das Positive wie das Negative. Die Frage ist nur: was möchtest du sehen und worauf legst du deinen Fokus? Und genau das nimmst du dann auch wahr und gestaltest so seine eigene Wirklichkeit.

Wie gehst du mit Veränderungsblindheit um?

Jeder von uns erlebt diese Veränderungsblindheit und sie dient uns ja auch zum Schutz gegen einen Informationsüberfluss, den wir kaum verarbeiten könnten, würden wir ungefiltert alles um uns herum wahrnehmen. Deshalb gibt es ja das Bewusstsein und das Unterbewusstsein. Im Unterbewusstsein speichern wir alles ab, was wir wahrnehmen und mit dem Bewusstsein entscheiden wir, worauf wir unseren Fokus legen. Um jedoch tatsächlich zukunftsfähig zu sein und nicht dem fahrenden Zug hinterher zu jagen (z. B. beruflich), macht es durchaus Sinn, sich diese Erkenntnis zu nutze zu machen. Ein Unternehmer, der die künftigen Kundenbedürfnisse aufgrund von gesellschaftlichen und z. B. ökologischen Veränderungen erkennt, stellt sein Sortiment dementsprechend um und gewinnt Wettbewerbsanteile, während ein nicht Erkennender das Nachsehen hat. Ein Angestellter, der Trends und Entwicklungen erkennt, kann in seinem Unternehmen genau dies einbringen und Karriere machen, während die anderen ihm dabei zusehen.

Ein Coach, Dozent, Therapeut oder Berater, der die Zukunftstrends rechtzeitig erkennt, kann sein Angebot genau darauf ausrichten und Menschen eine Leistung anbieten, noch bevor sie von sich aus das Bedürfnis erkannt haben und weckt so ihr Interesse und sichert sich einen neuen Kundenstamm.


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