Momente, die dein Leben bewegen

In deinem Leben ist es nicht entscheidend, wieviele missglückte Momente du erlebt hast, wesentlich sind die Momente, die dein Leben bewegen! Denn diese brennen sich in dein Herz und bleiben unvergesslich. Manchmal fiebern wir einem Ereignis entgegen und glauben, dass dieses Ereignis lebensverändernd, einmalig, sensationell oder atemberaubend sein wird. Und wenn wir es dann erleben, stellen wir fest: das Leben geht weiter und irgendwie ist alles beim Alten. Kein großer Zauber, kein Herzklopfen, kein Wow. Und manchmal raubt ein ganz zufälliger und unerwarteter Augenblick uns den Atem, bewegt unser Herz und küsst unsere Seele.

(M)ein bewegender Moment: über Feuer laufen

feuerlaufWie du vielleicht aus meiner Löffelliste weißt, wollte ich schon länger einen Feuerlauf machen und ich habe mich auf dieses Ereignis wirklich lange sehr gefreut. Meine eigene Erwartung an den Feuerlauf war, dass dies einer der bewegendsten Momente meines Lebens werden würde.

Und am Samstag war es dann soweit. Zusammen mit 35 anderen angehenden Feuerläufern saß ich im Seminar und wartete gespannt auf den Moment. Wir tanzten zusammen, wir lachten, schrien, kreischten, weinten und schwiegen. Wir fokussierten und bündelten unsere Energie und wir liefen über glühende Kohlen. Jeder der Teilnehmer, der vor dem Feuer stand, ohne Ausnahme.

feuerlauf

Als ich das Feuer hoch brennen sah, spürte ich Herzklopfen. Es pochte mir bis zum Hals. Ich schaute mich um und jeder stand sehr andächtig und gebannt in das Feuer starrend da und mein kleines Hasenherz schlug mir bis zum Hals. Und dennoch war es kein Angst-Herzklopfen. Es fühlte sich ungefähr genauso an, wie ein Date mit dem Menschen, den du liebst. Du freust dich auf diesen Menschen und wenn du ihn siehst, spürst du, wie dir das Herz aus dem Körper springen will. Ich begann das Feuer in mir selbst zu spüren; das Feuer in meinem Herzen. Und zusehends wurde ich innerlich ruhiger. Ich stand da, starrte förmlich gebannt in das Feuer, spürte die Hitze meinen Körper berühren und war mir sicher, dass alles gut kommt.

Und irgendwann kam dann auch der Moment: Der Lauf über das Feuer. Und auf einmal ging alles sehr schnell. Alle stellten sich auf und einer nach dem anderen flitzten wir über die lodernde Glut. Und ehe ich mich versah, war auch ich drüber gelaufen. Schwupp… vorbei…

Kein Brennen, keine Blasen, keine Schmerzen. Dann wollte ich es direkt nochmal tun und diesmal wollte ich achtsamer und bewusster sein. Und ich stand erneut davor. Doch diesmal waren das Feuer und ich nicht eins. Meine Gedanken schalteten sich ein und ich dachte an einen mir lieben Menschen. Und lief los. Autsch… Ein kleiner Piekser am linken Fuß. Drei Sekunden später alles wieder gut – keine Verbrennung, nur etwas mehr Hitze, als gewünscht.

Der Abend näherte sich dem Ende und in mir machte sich eine stille Leere breit. Der Wunsch, für mich zu sein, mit meinen Eindrücken und meiner inneren Leere.

Die drei bewegendsten Momente meines Lebens

Ich fuhr nach Hause und fragte mich, ob dies nun der bewegendste Moment meines Lebens war. Und ich muss ehrlich sagen: nein! Es war EIN bewegender Moment, aber er hat meine Seele nicht erreicht. Sicher werde ich diesen Feuerlauf nicht vergessen und er gehört zu den spannendsten Dingen, die ich je getan habe. Und ich überlegte, was denn eigentlich die wirklich großen und bewegenden Momente meines Lebens waren. Und davon gab es bisher drei:

  1. Die Geburten meiner beiden Söhne und der erste Tag unseres gemeinsamen Lebens
  2. Die erste körperliche Verschmelzung durch die wahre Liebe
  3. Der Moment, als Christina (eine 90jährige Bekannte) ihren Lebensatem aushauchte und ich sie in meinen Armen halten konnte.

Diese drei Momente haben mein Leben in seiner Ganzheit berührt; meinen Geist, meinen Körper und meine Seele. Sie ließen meine Welt für einen Augenblick lang still stehen und haben mich verzaubert. Nichts war nach diesen drei Momenten wie vorher. Ich nicht und die Welt um mich herum auch nicht mehr.

Ich habe  nun erfahren, dass nicht immer die Momente, die wir sehnsüchtig erwarten, die bewegendsten in unserem Leben sind. Nicht selten bauen wir einfach nur gewisse Erwartungen auf, die sich dann völlig anders erfüllen und wir überlegen dann, ob das nun das war, was wir uns so vorgestellt hatten. Mir hat der Feuerlauf eine wesentliche Erkenntnis gebracht: Alles, was ich brauche, habe ich ich immer bei mir. Kein Event, kein Mensch und keine Situation von außen können mich „bereichern“. Alles ist bereits da und  ich fühle mich so wunderbar leer – leer von Erwartungen und Wünschen. Leer und dabei so vollständig.

Was sind deine bewegendsten Momente bisher? Was ließ deine Welt für einen Moment lang still stehen und hat dich in den tiefsten Tiefen deines Seins berührt?

 


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.