Meine liebsten 5 Helfer im Alltag – Gastbeitrag Nicole Stadler

Gepostet von am 14. Dezember 2014 in Gelassenheit, Lebensfreude, Persönliche Geschichten, persönlicher Erfolg, Selbstbewusstsein, Top 10 Listen | Keine Kommentare

Meine liebsten 5 Helfer im Alltag – Gastbeitrag Nicole Stadler

Zu Beginn dieses Jahres befand ich mich in einer persönlichen Krise. Ich fühlte mich ängstlich und unverbunden mit dieser Welt und mit mir selber. Alleine auf einer wunderschönen Insel in Südostasien war ich gelandet, das Paradies um mich herum, aber in mir drin machte sich kaum Entspannung breit. Es herrschte im Gegenteil intensive Betriebsamkeit – meine Gedanken beherrschten mich, und sie waren teilweise von Angst bestimmt. Mit all der Zeit, die ich dort hatte, merkte ich, wie schwierig ich es fand, unbeschäftigt zu sein, wirklich tagelang allein und auf mich selber gestellt zu sein und auf mich zu verlassen. Kein Programm zu haben, mit niemandem Worte wechseln zu können.

Eher unentspannt, meine Umwelt beobachtend, vergingen so ein paar Tage. Ich rannte nicht davon, und darauf bin ich heute stolz. Aber so richtig genießen konnte ich die viele Zeit auch nicht.

Bis zu dem Zeitpunkt, an dem sich etwas tief in mir drin erinnerte. Sich erinnerte an die Heimat. Nicht die Heimat in der Schweiz, wo Freunde und Familie waren, die ich vermisste. Sondern die innere Heimat. Einfach ich. Wo war ich? Wo hatte ich mich selber verloren? Ich hatte mich im Aussen verloren. Ich hatte mich zu sehr abgelenkt im Alltag, intensiv und schön gelebt, aber das Innen – die Stimme meiner Seele – hatte geringe Priorität, wurde zu selten angehört. Das passierte mir nicht zum ersten Mal. Doch diesmal war es heftig, denn ich fühlte nicht mehr, wer ich wirklich bin und was meine Sehnsüchte sind. Ich fühlte, dass ich den Kontakt zu mir selber verloren hatte. Alle Ersatzbefriedigungen im Außen halfen nicht.

Ich habe mich dann wieder eingelassen auf den leisen Ruf meines Herzens. Mit Sanftheit und Geduld habe ich mich besinnt, dass immer alles in mir drin beginnt. Dass dies dann im Aussen seine Entsprechung findet. Und so war es für mich wichtig, mir einige Rituale vorzunehmen, welche regelmäßig praktiziert werden können, damit mir eine solche Leere nicht mehr passiert – damit die innere Heimat jederzeit lebt und den Zutritt erlaubt, damit die Seele aufblüht, genau so wie die schönsten Blumen Südostasiens!

Meine fünf schönsten Helfer im Alltag sind heute diese:

  • Ich starte bewusst in den Tag. Bevor ich aufstehe, überlege ich mir, mit welchen Gefühlen ich diesen Tag erleben möchte. Beispielsweise möchte ich Gefühle der Großzügigkeit, der Lebenslust, der Freude, der Inspiration, der Wertschätzung leben und erfahren. Ich setze mir also ganz klar eine Absicht. Während des Tages erinnere mich immer wieder kurz an meine Ausrichtung und prüfe, ob ich mich so verhalte, wie ich es mir eigentlich wünsche.
  • Verspieltheit, Gelassenheit und Lachen sind Qualitäten, die früher in meinem Alltag eher zu kurz gekommen sind. Seit einigen Jahren räume ich mir Zeit ein für allerlei Aktivitäten, von denen ich weiss, dass sie in mir diese Qualitäten aufleben lassen. Jeder Tag bietet mir Gelegenheiten zum Lachen, Schmunzeln, Verrücktsein. Manchmal mit anderen Menschen, manchmal allein für mich selbst.
  • Bewusst atmen und mich darüber wieder mit meinem Lebensrhythmus verbinden. Einige Male tief durchatmen, dabei innerlich lächeln und einfach nur wahrnehmen, wie der Atem durch den Körper strömt. Dies hilft mir, mir wieder bewusst zu werden, wie es mir gerade geht. Das kann man jederzeit praktizieren, auch in Meetings oder während einem Gespräch. Diese achtsamen Momente sind ein Geschenk, das unsere innere Verbindung stärkt
  • Dankbar sein und helfen. Ich möchte in meinem Leben andere Menschen auf Ihrem Weg unterstützen, dass sie möglichst viel Freude und Lebenslust spüren. Gerade Menschen, die unglücklich, gestresst oder unausgeglichen auf mich wirken, kann ich mit einem aufmunternden Wort, einem warmherzigen Blick, einem Kompliment oder einem Lächeln eine kleine Freude bereiten. Das kann ich aber nur tun, wenn ich selber gut mit mir verbunden bin.
  • Ich beende den Tag mit einer kurzen Reflektion: Was ist mir heute passiert? Wie habe ich mich verhalten im Austausch mit anderen Menschen? Wo hätte ich bewusster agieren können? Was ist gelungen? Welche Energie war die freudvollste des heutigen Tages?

Bald ist wieder Zeit für eine kleinere Reise allein. Ich freue mich darauf und werde meine innere Heimat pflegen und blühen lassen.

Autorenprofil

Nicole StadlerNicole StadlerNicole Stadler ist Historikerin und Journalistin und hat während zehn Jahren im Human Resources Bereich vielfältige Erfahrungen gesammelt, u.a. bei Google Schweiz. Seit vier Jahren leitet sie ihre eigene Firma im Rekrutierungsbereich in Zürich. Sie coacht leidenschaftlich gern Menschen, die sich selber besser kennen lernen möchten und unterstützt sie darin, ihren ganz eigenen Weg zu entdecken und lebendig zu gestalten. Speziell die Themen Erfüllung/Fülle im Leben, Potenzial-Entfaltung und Achtsamkeit im Umgang mit sich selber und der Umwelt liegen ihr am Herzen.
www.nicolestadler.com

 

 

 


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