Der Wut fressende Dämon – befreie dich von Wut

Gepostet von am 15. Mai 2014 in Gelassenheit, Meistergeschichten, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Der Wut fressende Dämon – befreie dich von Wut

Wut ist ein Gefühl, dass jeder von uns kennt und gerät man in Wut, kann man sich zuweilen auch so richtig schön in dieses Gefühl hineinsteigern. Die Wut wird immer größer. Doch Wut bringt niemals etwas Konstruktives und Lösendes hervor. Wut zerstört und bindet unsere Energie, so dass uns diese für sinnvolle und hilfreiche Themen nicht zur Verfügung steht.

Hier eine buddhistische Meistergeschichte zum Wut fressenden Dämon

Es lebte einmal ein König in einem Königreich, der seinen Palast für eine kurze Zeit verließ. In seiner Abwesenheit betrat ein Dämon den Palast. Er war von unbeschreiblicher Hässlichkeit, stank erbärmlich und seine Worte waren so abscheulich, dass die Wachen und Diener das nackte Grauen und Entsetzen packte und sie regungslos erstarrten. Dies machte es dem Dämon leicht, in den Palast einzudringen und bis zum Königsthron zu gelangen, auf dem er es sich auch gemütlich machte.

Als die Diener und Wachen sich vom ersten Schreck erholt hatten und bemerkten, was dieses Ungeheuer vor hatte, brüllten Sie den Dämon an: „Raus mit dir! Hau ab, du hast hier nichts zu suchen, du scheußliches Ungeheuer!“ Und sie brüllten weiter „Wenn du nicht sofort verschwindest, machen wir dir mit unseren Schwertern Beine!“

Schon die ersten wütenden Worte ließen den Dämon unmittelbar ein gutes Stück größer werden. Sein Gesicht wurde noch hässlicher und der Gestank weitaus unerträglicher als schon zuvor. Ein Fischmarkt voller Gammelfische wäre nichts im Vergleich zu diesem Gestank. Die Sprache wurde immer obszöner und abstoßender.

Die Wachen zückten Schwerter und Dolche und sprachen jede Menge Drohungen aus. Jedes wütende Wort und jede wütende Tat ließen den Dämon jedoch immer größer und abscheulicher werden, immer stinkender, hässlicher und sprachlich abstoßender. Und so ging dies eine ganze Weile so weiter, bis der König in den Palast zurück kehrte und den riesigen und mächtigen Dämon auf seinem Thron erblickte. Noch niemals in seinem Leben hat er etwas so Widerwärtiges und Abstoßendes gesehen. Bei dem Gestank stockte ihm der Atem und die üble Wortwahl dieses Ungetüms übertraf bei weitem alles, was man sich vorstellen kann. Streithähne in miesen Spielunken hätten von ihm noch einiges lernen können.

Da der König nun aber ein weiser Mann war, wusste er, was zu tun war und er sprach voller Wohlwollen und Herzlichkeit zu dem Dämon: „Herzlich willkommen in meinem Palast, mein Freund. Wünschst du etwas zu trinken und zu speisen? Womit kann ich deinem Herzen Freude bereiten?“ Schon diese wenigen freundlichen Worte ließen den Dämon schrumpfen, ihn weniger hässlich werden, weniger stinken und seine Wortwahl etwas salonfähiger werden.

Auch die Diener verstanden schnell, was sie zu tun hatten und folgten dem Beispiel des Königs. Eine Nettigkeit folgte der nächsten und ehe sie sich versahen, war der Dämon kleiner als er in den Palast gekommen war. Die Diener begannen dem Dämon eine Nackenmassage zu geben und die Freundlichkeit der Diener ließen den Dämon kleiner und kleiner werden, bis er auf einmal vollends verschwunden war. (Geschichte aus dem Buch „Die Kuh, die weinte“)

 

Wut überwindenDer Wutdämon ernährt sich von Wut und jeder von uns beherbergt einen solchen Dämon in sich (genauso wie einen inneren Engel). Manche von uns nähren ihn täglich mit ordentlichen Rationen Wut, Groll, innerem Schmerz, Trauer und anderen negativen Gefühlen und lassen ihn auf diese Weise immer größer werden und in ihrem Leben einen großen Platz einnehmen. Wir können aber auch bewusst dem Wutdämon Nahrung entziehen und stattdessen z. B. auf das Gute im Schlechten blicken, wenn uns eine Situation ärgert. Alles hat immer zwei Seiten. Nichts ist nur gut und nichts ist nur schlecht. Es kommt immer auf die Betrachtungsweise an.

Und je stärker wir uns auf alles ausrichten, was gut läuft, desto stärker wird unser innerer Engel, der uns mit Inspiration, Intuition, Lösungen und guten Gefühlen im Leben zur Seite steht. Die Frage ist nur: wen von den beiden wollen wir füttern?


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