Burnout – wie mein Lebensfeuer erlosch und ich es neu entfachen konnte

Gepostet von am 5. Januar 2014 in beliebte Themen, Gelassenheit, Gesundheit, Karriere & Beruf, Lebensfreude, Persönliche Geschichten | 8 Kommentare

Burnout – wie mein Lebensfeuer erlosch und ich es neu entfachen konnte

Burnout ist für den einen ein Modewort und für den anderen eine lebensverändernde Erfahrung. In meinem Fall trifft Variante zwei zu und ich möchte mit dir heute teilen, wie ich meinen eigenen Lebenstiefpunkt überwinden und zu neuer Kraft finden konnte.

Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, an dem ich das Gefühl hatte, dass das letzte Fünkchen Lebensfeuer in mir erloschen war. Ich wachte morgens auf und hatte keine Kraft und auch keinen Willen mehr, mein Bett zu verlassen. Stattdessen weinte ich und dachte nur, dass mein Leben so keine Freude und auch keinen tieferen Sinn mehr machte. Ich hatte nichts mehr, über das ich mich freuen konnte, ich hatte das Gefühl, nur noch zu existieren und nicht mehr zu leben. Ich lebte auf Autopilot und jeder Tag glich dem anderen. Meine Aufgaben wuchsen mir über den Kopf und jeder Tag fühlte sich so an, als rannte ich einem fahrenden Zug hinterher. Nonstop. Zu dieser Zeit litt ich unter massivem Haarausfall (mehr als ein Drittel meiner Haare und Wimpern waren ausgefallen), ich war abgemagert, zog jeden Infekt an wie ein Dysonstaubsauger und hatte zu guter letzt auch noch einen Hautausschlag am ganzen Körper. Und das eine Woche vor unserem geplanten Sommerurlaub. Ich beschloss, nun endlich zum Arzt zu gehen und brach dort dann in Tränen aus, weil meine Seele innerlich zu zerbrechen drohte.

Dieser Tag liegt einige Jahre zurück und bis es soweit kommen konnte, braute sich über drei bis vier Jahre der Zustand langsam zusammen. Selten entsteht ein Burnout nur aufgrund einer spezifischen kurzzeitigen Belastung. In den meisten Fällen ist es typischerweise eine mehrdimensionale Beanspruchung über einen längeren Zeitraum hinweg, die schleichend an den Kräften zehrt.

Pines & Aronson definieren den Burnout folgendermaßen: „Burnout ist ein Zustand physischer, emotionaler und mentaler Erschöpfung aufgrund langanhaltender Einbindung in emotional belastende Situationen. “

burnout stressDas sind z. B. berufliche Herausforderungen und Belastungen, die zunehmend steigen, persönliche und zwischenmenschliche Verpflichungen wie Familie, Kinder, Freundschaften, ehrenamtliche Tätigkeiten etc. die sich ebenfalls kontinuierlich ausweiten. Aber auch finanzielle und gesellschaftliche Verpflichtungen, denen wir versuchen, gerecht zu werden. Irgendwann haben wir uns ein Netz aus Verpflichtungen, hohen Erwartungen an uns selbst und dem Wunsch, allem gerecht zu werden, geschaffen und fühlen uns darin bewegungsunfähig und gelähmt. Was früher scheinbar mühelos gelang, gelingt nun schon lange nicht mehr und wir haben das Gefühl, zu scheitern.

Mein Weg in den Burnout

Mein persönlicher Überlastungs-Cocktail setzte sich auch aus verschiedenen Zutaten zusammen. Zum einen meinem beruflichen Perfektionismus, der mich sehr beschäftigt hielt, aber auch meine hohen Erwartungen an meine Rolle als Mutter, Frau, Freundin und Mensch. Ich war immer der Meinung, dass ich alles selbst schaffen müsse und lud mir meistens reichlich Aufgaben und Herausforderungen auf. Solange ich noch allein lebte, funktionierte das auch ganz wunderbar. Und mein Ehrgeiz und Selbstanspruch stiegen mit jeder gemeisterten Herausforderung.

Dann jedoch spielte mir mein Leben einen Streich. Ich wurde Mutter, wir zogen um und ich wurde konfrontiert mit einigen Jahren Schlafentzug, einer lebensbedrohlichen Operation an mir, einer Frühgeburt mit etlichen gesundheitlichen Folgen und diversen Operationen unseres Sohnes, einer Weiterbildung (die ich natürlich unbedingt auch noch durchführen wollte), die Zeit und Kraft forderte und die Krebserkrankung meines Mannes. Die einzige Konstante war mein mich antreibender Perfektionismus, allem gerecht zu werden, der Preis zur Mutter des Jahrhunderts gekürt zu werden und dem Anspruch, für alle da sein zu müssen. Denn meine Familie brauchte mich und wir hatten auch niemanden, der uns hätte unterstützen können in einem fremden Land. Als dann auch noch unser Hund an beiden Beinen operiert werden musste, war Holland wirklich in Not.

Das Fatale an der ganzen Sache war, dass ich nach außen hin immer ein Lächeln auf den Lippen trug. Schaut, ich schaff das schon! Niemand wusste, wie es mir ging und dass ich keine Nacht länger als 30 Minuten am Stück schlafen konnte über Jahre hinweg. Sogar mein Mann hat nicht bemerkt, wie ausgelaugt ich mich fühlte und wie mich meine Lebenskräfte zusehends verließen. Denn auch für ihn wollte ich immer da sein können und ihn nicht noch durch meine „Schwäche“ belasten. Selbst, nachdem er schon wieder gesund und geheilt war.

lebenskraftUnd genau das ist der springende Punkt. Menschen, die einen Burnout erleiden, haben ein ausgesprochen ausgeprägtes Helfersyndrom. Sie wollen für andere da sein und geben sich dafür selbst auf. Im Grunde geben sie jedoch anderen Menschen einen höheren Wert als sich selbst und genau diese Erkenntnis durfte ich später zum Glück selbst gewinnen. Ein Burnout baut sich über einen längeren Zeitraum schleichend auf. Zunehmend übernehmen wir eine Aufgabe nach der anderen und zu Beginn fühlt es sich noch gut an, gebraucht zu werden. Insbesondere im Berufsleben stärkt uns das Gefühl, unentbehrlich zu sein und viel Verantwortung zu tragen. Und wenn dann die Balance kippt und wir spüren, dass es nun doch zuviel geworden ist, trauen wir uns nicht, nein zu sagen und Aufgaben wieder abzugeben. Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir unseren Aufgaben nicht gewachsen seien. In meiner Praxis begleite ich viele Burnoutbetroffene und die meisten haben eins gemeinsam: ein sehr ausgeprägtes Veranstwortungs- und Pflichtbewusstsein.

Wen betrifft Burnout?

Das Institut für Arbeitsmedizin (ifa) charakterisiert Burnout anfällige Menschen folgendermaßen:

  • Neigung zu hoher Leistungsbereitschaft
  • sehr engagiert bzw. überengagiert
  • Hang zu Perfektionismus
  • Identifikation mit der Arbeit
  • Streben nach Erfolg, sehr wettbewerbs- und erfolgsorientiert
  • fehlendes Bewusstsein bezüglich der Wichtigkeit von ausgleichenden Tätigkeiten
  • oftmals geringes Selbstwertgefühl
  • eher ängstlich, sensibel
  • geringe Sensibilität für die eigenen Gefühle
  • Vernachlässigung eigener Gefühle
  • ziehen es vor, unter Zeitdruck zu arbeiten
  • Neurotizismus und Ängstlichkeit
  • eigene Unentbehrlichkeit, fühlen sich unersetzbar und haben deshalb Mühe, Dinge zu delegieren

Es sind also nicht diejenigen, die einen starken Zug zur Tür haben und ihre Grenzen achten, sondern Menschen, die ihren eigenen Wert herabsetzen zugunsten von Aufgaben, Erwartungen, Pflichten und Verantwortungsbewusstein. Sie tun dies so lange, bis die Dinge, die ihnen in Grunde immer Freude bereitet haben, auch keinen Spaß mehr machen, da sie schlichtweg zu viele Bälle in der Luft haben. Es bleibt keine Zeit mehr zum Innehalten und Kraft tanken. Keine Zeit, das Lebensfeuer brennen zu lassen und immer wieder neu zu entfachen. Da sie ihre eigenen Kraftquellen verkümmern lassen (z. B. soziale Kontakte, Sport, Erlebnisse), brennen sie selbst langsam aber sicher aus und das eigene Lebensfeuer erlischt. Es bleibt keine Zeit für Herz und Seele, für Dinge, die Spaß machen und dich mit Lebensfeuer anreichern, die dein Herz zum Lachen bringen. Das „Müssen“ beherrscht das Leben und wir existieren anstatt zu leben. Und in der Hochphase des Burnouts erleben die Betroffenen oftmals folgendes:

ausbrennenBurnout Anzeichen in der Hochphase eines Burnouts:

  • Resignation sowie Antriebslosigkeit
  • Geringe Frustrationstoleranz: an die Decke gehen bei jeder Kleinigkeit oder Resignation und Fluchtverhalten bei Widerständen
  • Gereiztheit, dauerhaft schlechte Laune, fatalistisches & pessimistisches Denken
  • Dauerhafte Müdigkeit
  • Schlaflosigkeit, starke Einschlafschwierigkeiten nachts
  • Minderwertigkeitsgefühle & Ängste
  • Verschiedene somatische Beschwerden: Herz-Kreislaufbeschwerden, hoher Blutdruck, Haarausfall, Zuckende Lider, Restless Legs, Organstörungen, Hautausschlag, starke Infektanfälligkeit, Magengeschwüre, Krebs
  • Tiefste Verzweiflung, einen neuen Tag zu beginnen und den Wunsch, nicht aus dem Bett aufzustehen
  • Libidoverlust
  • Zukunftsangst und Panik
  • Sucht, Abhängigkeiten
  • Suizidgedanken

Ich selbst erkenne mein früheres Ich in etlichen obigen Punkten absolut wieder. Heute ist das nicht mehr so.

Wie konnte ich meinen Burnout überwinden und mein Lebensfeuer neu entfachen?

vertrauen findenDer erste Schritt aus meinem Hamsterrad war mein Eingeständnis, dass ich NICHT alles allein schaffen muss und nun Hilfe annehmen muss, um mir selbst zu helfen. Dieser Schritt fiel mir trotz meines Zustandes nicht leicht, denn es brach mir fast das Herz, meine Familie für sechs Wochen zu verlassen. Und das war bereits der zweite Schritt. Raus aus der gewohnten Situation, um Abstand zu bekommen und alte, eingefahrene Muster zu durchbrechen.

Ich verließ für sechs Wochen unser Zuhause und begab mich in eine auf Burnout spezialisierte Kurklink. Mein Mann mobilisierte Familie und Freunde, die ihn abwechselnd im Haushalt und mit den Kindern unterstützten und ich gewann Abstand zu meinem bekannten Hamsterrad. Schon nach einer Woche kehrten die Lebensgeister in mich zurück. Die Tage in der Klinik schienen unendlich zu sein und ich hatte so unendlich viel Zeit für all die Dinge, für die sonst keine Zeit blieb. Ich joggte, ich führte inspirierende Gespräche mit anderen Burnout-Patienten, zeichnete und malte, töpferte, schrieb Kurzgeschichten und führte lange Spaziergänge durch die Natur, fotografierte und unternahm kleine Ausflüge mit anderen zusammen. Abends saßen wir schön zusammen, hörten Musik, lachten und teilten unsere Lebensgeschichten, unsere Erkenntnisse und Erfahrungen. Ich lebte den Glückszustand, den Psychologen so oft beschreiben. Ich lebte im Moment und in absoluter Zeitvergessenheit.

Shiatsu gab mir die Möglichkeit, meinen Körper wieder intensiver zu spüren und ich begann zu reflektieren, wie ich mich in diesen Zustand des Ausbrennens hineinmanövrieren konnte. Insbesondere gute Literatur half mir dabei, innere Prozesse, meine Glaubenssätze und meine Gedanken- und Handlungsmuster zu erkennen, zu verstehen und zu verändern (die Literaturtipps findest du unter dem Artikel). Ich erkannte, dass die Verantwortung nur in und bei mir lag und nicht in meiner Lebenssituation zu suchen war. Die Selbsterkenntnisse waren nicht leicht, aber sie waren der erste Schritt zur Veränderung. Ich habe mir eingestanden, dass mein eigener Perfektionismus meine eigene Kreation war und dass andere bei Weitem nicht so hohe Erwartungen an mich hatten wie ich selbst. Auch wurde mir bewusst, dass die anderen nie eine Chance hatten, zu sehen, wie es mir wirklich ging. Sie haben nicht sehen können, dass ich Hilfe brauchte, denn ich zeigte ihnen keine Anzeichen von Schwäche und Hilfsbedürftigkeit.

In meiner letzten Woche in der Klinik setzte ich mich hin und entwickelte neue Lebensvisionen. Ich wollte mich nicht mehr fremdbestimmen lassen und die Tage einfach ohne Ziel und ohne Vision unbewusst verbringen. Besonders wichtig war mir, alle alltäglichen Aufgaben BEWUSST durchzuführen und nicht nebenbei. Denn gerade die kleinen alltäglichen Momente sind die, die den Hauptteil unserer Lebenszeit ausmachen. Und mir wurde klar, dass ich hier den größten Hebel für mein Lebensglück fand. Je mehr alltägliche Dinge ich mit Freude tun könnte, desto zufriedener würde ich mich also jeden Tag fühlen. Egal, ob ich nun einkaufen ging, staubsaugen musste, eine Präsentation vorbereitete oder meinen Kindern vorlas. Wenn ich es mit Freude tat, machte alles Spaß.

Hier ist meine Liste der Dinge, die ich verändern wollte und die auch unmittelbar in Erfüllung gingen:

  • lebe dein Leben jeden Tag bewusst und achtsam (iss bewusst, höre wirklich zu anstatt hinzuhören, sei ganz im Moment und nicht in Gedanken anderswo)
  • beginne jeden Tag mit Freude und der Vorstellung, dass es ein wundervoller Tag wird
  • beende jeden Tag mit Dankbarkeit und schreibe alle Glücksmomente des Tages auf
  • lebe im Vertrauen anstatt Situationen kontrollieren zu wollen
  • sag nein, wenn du etwas nicht tun kannst oder möchtest
  • verplane nicht deine Wochenenden, sondern lass Raum für Stille und Zeit für Spontanes
  • trenn dich von Ernergieräubern
  • erkenne, was alles wunderbar in deinem Leben läuft anstatt auf das zu achten, was nicht funktioniert
  • danke deinem inneren Gott für alles, was du in deinem Leben erhältst
  • arbeite mit Freude
  • hilf anderen dabei, zu wachsen und erfolgreich zu werden
  • schreib dein Buch und teile Erkenntnisse
  • entwickle einen Lebensfreude-Blog
  • lass los, wenn die Zeit dafür gekommen ist und klammere dich nicht an Menschen und Dinge
  • erkenne, dass jede Krise einen tieferen Sinn hat und eine Einladung zum Wachsen ist
  • schenke deinen Kindern wirkliche ungeteilte Aufmerksamkeit (anstatt an noch zu erledigende Aufgaben zu denken)
  • schaffe mehr Rituale mit der Familie (z. B. freitags Pfannkuchentag, Kinder-Baden mit Kerzen, vor dem Schlafen Familienkonferenz mit Kerze…)
  • fahre regelmäßig mindestens alle 2 Monate allein für ein Wochenende weg und gönne dir deine Zeit
  • triff dich mindestens 1x pro Woche mit Freunden
  • verteile Haushaltsaufgaben auf alle Familienmitglieder
  • lies jede Woche etwas, das dir ein gutes Gefühl und Inspiration gibt
  • umgebe dich mit positiven Menschen und meide Energieräuber, denn Gleiches zieht Gleiches an

Als ich nach Hause kam, war ich ein völlig veränderter Mensch, ich fühlte mich wieder, hatte Freude an allen kleinen Dingen und konnte wieder nachts schlafen. Unsere Familien hatten uns so wunderbar unterstützt, dass unser kleiner Sohn in die Kinderkrippe gehen konnte und dort sehr glücklich war und ich hatte mehr Freiräume für mich, meine Visionen und meine Berufung. Ich konnte wirklich loslassen und hatte Vertrauen in den Fluss des Lebens. Ich begann, nach folgender Devise zu leben:

loslassen lernen

Betrachte ich meinen Burnout rückblickend, muss ich sagen, dass dieser Tiefpunkt meines Lebens das größte Geschenk für mich war. Ich fühlte mich vorher wie ein „Walking Dead“ und lebte an meinen wirklichen Werten und Bedürfnissen vorbei. Ich habe mich so sehr ausgelaugt, dass ich am Ende selbst nichts mehr zu geben hatte. Ich war eine emotionale Bettlerin und ein Energievampir. Und diese Erkenntnis hat mir sehr geholfen, immer darauf zu achten, meinen Wert zu wahren und zu achten. Denn niemand wird den Preis erhöhen, den du dir selbst gibst. Nur du und ich sind für unser Wohlergehen verantwortlich. Nicht die anderen und nicht die Lebenssituation. Nur die Art, wie wir darüber denken und dann handeln. Wenn du darauf achtest, dass es dir immer gut geht und dass du dein Leben glücklich fließen lassen kannst, dann wirst du immer angefüllt mit positiver Energie, Liebe und Kraft sein, so dass du reichlich davon an andere abgeben kannst. Ich habe so viele Übungen und Methoden ausgetestet und später gezielt für mich selbst bewertet, dass ich mittlerweil ein sehr gutes Portfolio an hochwirksamen Übungen und Strategien habe, um auch anderen zu helfen, ihren Tiefpunkt in einen Neubeginn zu transformieren. Und das ist die lichtvolle Seite meines Burnouts. Mein Lebensfeuer brennt stärker als zuvor, denn erst durch den Kontrast kann ich erkennen, wie gut es mir jetzt wirklich geht. Manchmal müssen wir uns lange Zeit als das erleben, das wir nicht sind, um endlich das leben zu können, was wir wirklich sind.

Wenn du diesen Artikel liest, dann hast du vielleicht auch das Gefühl, dass dein Lebensfeuer nicht mehr brennt und ich hoffe, dass ich dir Mut machen konnte mit meiner Geschichte. Und nun möchte ich dir noch die Bücher empfehlen, die mein Herz berührt haben:

 


8 Kommentare

  1. Hallo,

    vielen Dank für deinen wahnsinnig offenen Artikel und deinen persönlichen Einblick in dein Leben mit dem Burnout, mit all den gemachten Erfahrungen. Meinen größten Respekt für das was du durchgemacht hast! Ich habe in meiner täglichen Arbeit immer wieder mit Menschen die Burnout gefährdet sind oder bereits einen Burnout haben zu tun. Ohne professionelle Hilfe lässt sich der Burnout leider nicht bekämpfen und heilen. Ich habe gemerkt, dass die Menschen nach einem Burnout an Stärke gewonnen haben, gereift sind und ihr Leben mehr zu schätzen wissen! Ich wünsche Dir weiterhin alles gute!

    Viele Grüße

    Andreas

  2. Hoi Evi

    Vielen Dank für deine hilfreichen Informationen.

    Ich bin mich auch von einem Burnout am erholen. Ich habe meine Arbeit nach einem halben Jahr wieder aufgenommen. Ich erhole mich langsam Schritt für Schritt. Da es beim Arbeiten aber noch nicht wirklich gut klappt denke ich an eine erneute Auszeit nach damit ich Abstand gewinne und mich richtig erholen kann.
    Könntest du mit von deiner Erfahrung erzählen betreffend deiner Auszeit?

    Und weisst du noch wie es bei dir war mit der Wahrnehmung von Gefühlen. Sind diese wieder zurück gekommen?

    Ich danke dir vielmals für deine Antwort.

    Lieber Gruss
    Tom

    • Lieber Tom,
      Während meiner Auszeit habe ich ganz bewusst nichts „Produktives“ getan, das für die Welt von Bedeutung wäre. Ich habe mich in dieser Zeit einfach all dem gewidmet, was mir Freude bereitete. Z. B. Sport, Basteln und Zeichnen, mit Ton arbeiten, viel draussen in der Natur sein, mit einzelnen Freunden zusammen etwas unternehmen – ohne dabei viel zu reden, Boot fahren und lauter solche Dinge. Ich habe mich auch mal mittags hingelegt und geschlafen, viel gelesen und nur im Moment gelebt. Wenn du dies konsequent machst, ohne dir Gedanken um die Zukunft zu machen, kommt irgendwann der Moment, in dem du Inspiration für das „Morgen“ spürst. Du wirst automatisch Ideen entwickeln und den Drang danach verspüren, wieder aktiv zu werden und z. B. zu arbeiten. Jede Wunde braucht ihre Zeit zum heilen. Nach einer OP springen wir auch nicht aus dem Bett auf und rennen zur Arbeit. Und ein Burnout ist wie eine seelische Wunde, die ebenfalls Zeit zum Heilen braucht. Zu lange hast du deine seelischen Bedürfnisse zur Seite geschoben und nun solltest du ihnen Raum geben, damit deine Seele sich erholen kann und du dich wieder spüren kannst.

      Dann kommen auch die Gefühle wieder. Konzentriere dich auf das SEIN statt auf das TUN und du wirst wieder beginnen, dich zu spüren. Ich wünsche dir alles Gute!
      Herzensgrüsse
      Evelyn

  3. Danke Dir für die sehr hilfreiche Antwort.
    Lg martin

  4. Hallo Evi !

    Es ist schön das es Leute wie Dich gibt und die Erfahrungen veröffentlichen.
    Mann fühlt sich gleich besser wenn man den Bericht lest. Ich selbst bin seit ca. 4 Monate in Krankenstand wegen Burnout. Mir geht es allerdings schon besser,da ich auch froh bin das ich von der Firma weg bin. Habe sicher 5 Jahre unter dauer stress gearbeitet. Ich stehe allerdings noch sehr unter Anspannung. Auch ich habe am Oberkopf sehr viele haare verloren, so das mann kahle stellen erkennen kann.
    Hast du irgend ein Rezept wie mann die nervlichen Verspannungen am Kopf weg bekommt. Es fühlt sich an als ob ich eine Gummihaube trage.Auch das Gesicht füllt sich sehr angespannt an. Dadurch bin ich auch noch immer niedergeschlagen.
    danke
    Schöne Grüße
    Martin

    • Lieber Martin,
      schön, dass dir meine Artikel helfen und kleine Impulse geben können. Auch für mich war in meiner Burnoutzeit gute Literatur ein wichtiger Begleiter auf dem Weg zur Heilung. Was deine Verspannung anbelangt, so könntest du zum einen Binaural Beats ausprobieren. Diese kannst du dir im netz herunterladen z. b. unter http://www.binauralbeats.de/ und dann über Kopfhörer anhören. Innerhalb weniger Minuten werden deine Hirnwellen ausgeglichen und Muskelverspannungen ebenfalls gelöst. Hypnose ist aber auch eine sehr gute Therapieform, um solche unterbewussten Verspannungen zu lösen. Manchmal ist der Körper noch etwas träger im Verarbeiten langer Prozesse auch wenn der Kopf bereits realisiert hat, dass man neue Wege gehen sollte. Shiatsu ist ebenfalls sehr gut, um körperliche Blockaden zu lösen.
      Alles Gute für dich
      Evi

  5. Hallo,

    ein sehr schöner Beitrag, ich stimme mit allem zu 100% überein und habe die gleiche Erfahrung gemacht und bin auch sehr dankbar für diese schwierige Zeit, denn ich hab dadurch zu mir selbst gefunden und reife stätig zu einer stabilen Persönlichkeit, die „nein“ sagen kann. Der Grund warum ich die Mail schreibe ist der, dass mich interessieren würde, ob sich deine Haare wieder vollständig regeneriert haben?

    Liebe Grüße

    Philipp

    • Lieber Philipp,
      schön, dass du deinen Burnout auch als Chance sehen kannst. Das hilft schon unheimlich, neue Wege zu beschreiten. Meine Haare und auch mein gesamtes Immunsystem haben sich wieder erholt. Ich achte aber auch unheimlich auf sehr ausgewogene biologische und vegetarische Ernährung und viel Sport und Entspannung.
      Für die Haare habe ich jedoch ein Präparat verwendet von Burgerstein, das heißt „Hair & Nails“ und das beinhaltet Spurenelemente, Vitamine und Mineralien, die für die Regeneration der Haare wichtig sind (gibt es wahrscheinlich gar nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz). Das hat mir wieder Rapunzel-Haare beschert 😉
      Alles Gute für dich
      Evi

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