Beziehungslust statt Ehefrust – 15 Dinge, die glückliche Paare anders machen

Gepostet von am 23. März 2014 in beliebte Themen, Lebensfreude, Liebe/Beziehungen | 1 Kommentar

Beziehungslust statt Ehefrust – 15 Dinge, die glückliche Paare anders machen

Jeder von uns sehnt sich danach, anerkannt, wertgeschätzt und geliebt zu werden. Singles genauso wie Menschen, die in einer Beziehung leben. Teenies genauso wie Silverstars und alle dazwischen ebenfalls. Und wenn du einem Menschen begegnest, der in deinem Bauch einen Schmetterlingssturm ausbrechen lässt, dich liebend in seine Arme nimmt und dir das Gefühl gibt, der interessanteste Menschen auf Erden zu sein, dann fühlst du all das, was oben beschrieben ist. Du fühlst dich geliebt und anerkannt. Und so nimmt diese neue Liebe ihren Weg in eine gemeinsame Beziehung und du erlebst dich selbst als Teil eines Paares.

Kennenlernen hui – Beziehung pfui?

glückliche BeziehungWarum sind wir eigentlich immer am Anfang einer Beziehung so unheimlich berauscht, glücklich und über den Wolken schwebend und später desillusioniert und den vermeintlichen Tatsachen ins Auge blickend ernüchtert? Ganz einfach: Am Anfang einer Begegnung nehmen wir unser Gegenüber ohne Erwartungen einfach als das an, was er in diesem Moment ist. Uns steht weder die Vergangenheit noch die Zukunft im Weg, denn wir sind ganz in der Gegenwart. Jetzt in diesem Moment! – und nehmen den Menschen genau so an, wie er ist. Und unser Gegenüber tut genau das Gleiche, so dass auch ich selbst mich als Mensch vollkommen angenommen und wertgeschätzt fühle. Ein Zustand des vollkommenen Glücks.

Irgendwann kommt der Moment, da fühlst du dich innerhalb dieser neuen Beziehung sicher und angenommen und viele Paare geben sich das Versprechen der Ausschließlichkeit. Du bist mein und ich bin dein! Toller Plan, oder?
Und damit beginnen eigentlich schon meist die Probleme. Denn während ich von diesem mir fremden Menschen, in den ich mich neulich erst verliebt habe, noch gar nichts erwarte und ihn einfach so annehme, wie er gerade vor mir steht, in seinem vollen Glanze, weiß ich aber jetzt in der Beziehung ganz genau, was ich von MEINEM Partner möchte und erwarten kann. Denn damit ich glücklich sein kann, muss mein Partner

  • Mich verstehen
  • Auf mich eingehen
  • Meine Bedürfnisse erkennen
  • Mich jederzeit lieben und es mir auch zeigen (wenn ich es schon selbst nicht kann)
  • Mich unterstützen
  • Der beste Liebhaber der Welt sein
  • Dabei gleichzeitig mein bester Freund sein
  • Meine Interessen teilen
  • Meine Freunde lieben
  • Meine Eltern lieben und auch entsprechend des Regelkataloges „Umgang mit meinen Eltern 2.0“ alle familiären Fettnäpfchen und Tretminen strikt vermeiden
  • Und und und…

Wenn Erwartungen nicht erfüllt werden

EhekriseUnd wenn dann meine Erwartungen nicht erfüllt werden, habe ich das Gefühl, dass etwas nicht stimmt an dieser Beziehung. „Schatz, wir müssen reden…!“
Doch dieser Satz fällt meist eher selten oder viel zu spät, denn vorher holen wir unser Repertoire an Psychospielen hervor und ziehen alle Register der subtilen Kriegsführung. Andeuten und ausweichen, distanzieren, ignorieren, Rückzug – um dann später in einem unerwarteten Moment zuzuschlagen und auszuholen und einen wunderbaren Niederschlag an Vorwürfen auf den „Ignoranten“ niederregnen zu lassen. „Ich kann einfach nicht glauben, dass du nicht siehst, was los ist!“

Das Problem an der ganzen Sache ist leider nur, dass dieser Kreislauf niemals enden kann, solange ich von meinem Partner erwarte, dass er mich glücklich macht. Denn dann lege ich diese Verantwortung für mein eigenes Wohlbefinden komplett in die Hände des anderen. Aber schön einfach ist es ja doch, oder? Wenn der andere für mein Glück verantwortlich ist, dann kann ich bei Verstößen immer schön meckern und muss selber nix ändern. Irgendwie schön praktisch. Die Schuldfrage ist immer klar; nämlich: „du bist schuld, dass ich mich schlecht fühle. Du liebst mich nicht genug. Würdest du mich wirklich lieben, dann wüsstest du, dass ich das nicht ausstehen kann…“ und so weiter.
Kommt dir das bekannt vor? Keine Bange: so ergeht es den meisten Paaren innerhalb ihrer Beziehung. Immer wiederkehrende kleinere oder größere Brandherde flammen auf und werden dann mit größter Mühe erstickt und die Asche unter den Teppich des Verdrängens gefegt.

Meine Ehe war auch nicht immer das goldene vom Ei

Ich kann mir diesbezüglich auch sehr gut selbst die Narrenkappe aufsetzen, denn meine eigene Ehe lief jahrelang genau auf diesem Kurs. Wenn ich nicht so dachte, wie mein Mann, gab es Zoff und wenn er nicht einsehen konnte, was ich dachte, dann ebenfalls. Ich kann mich gut daran erinnern, wie ich wütend durch das Haus geflitzt bin, weil mein Mann „mal wieder nicht sehen konnte, was mir wichtig war und es ignoriert hatte“ und mich einfach dem Gespräch entziehen wollte. Und er rannte hinter mir her und wollte das genau jetzt klären. Ein wahres Katz-Maus-Spiel bei uns. Und wenn er mich dann doch erwischt hatte, dann brachen all die Vorwürfe aus mir heraus: Du hast aber gesagt…, du machst immer…, du siehst nie… – immer schön diese Du – immer und nie-Sätze, die niemals in einer Lösung enden.
Doch wie kommst du aus so einem Beziehungserleben nun heraus?

Was machen glückliche Paare anders und wie gelingt ihnen der liebevolle Umgang auch in Konfliktsituationen?

glückliche BeziehungZuerst einmal erkennen glückliche Paare an, dass sie einander nicht besitzen. Sie erkennen an, dass sie sich jetzt in diesem Moment der Begegnung anziehend und liebenswert finden und an genau diesem Entwicklungsstand eine sehr große Übereinstimmung miteinander erleben. Doch sie wissen auch, dass die Liebe immer freiwillig und im Jetzt stattfindet. Jeden Tag aufs Neue.
Liebende Menschen wissen, dass man niemandem eine Garantie für die eigene Liebe auf Lebenszeit geben kann. Wie sollte das auch gehen? Jeder von uns entwickelt sich weiter und niemand von uns weiß, wie schnell diese Entwicklung von Statten gehen wird und wohin sie führt – weder für sich selbst, geschweige denn für einen anderen. Stell dir mal vor, du versprichst als Kind deinem Vater Arzt zu werden, weil das in diesem Moment tatsächlich dein Wunsch ist. Und 10 Jahre später entdeckst du deine Leidenschaft und dein Talent für Technik und Flugzeuge und könntest durch dein Talent ein führender Ingenieur und Forscher in der Luftfahrt werden. Wie schlau wäre es nun, das Versprechen von vor 10 Jahren zu halten und dafür die aktuellen Lebensbedürfnisse und Erkenntnisse zu negieren? Und wie glücklich würde dich dies machen?
Aber in einer Beziehung und vor allem in einer Ehe tun wir genau das. Wir versprechen unserem Partner die ewige Treue und dass wir ihn bis zu unserem Lebensende lieben und ehren. Doch damit wünschen wir uns ja auch insgeheim, dass sowohl wir selbst als auch der Partner genau so bleiben, wie wir jetzt sind. „Du entwickelst dich nicht weiter und ich auch nicht.“ Aber genau das ist nicht möglich und es ist auch schon eher eine Ausnahme, dass zwei Menschen mit unterschiedlichen Anlagen sich innerhalb eines Lebens in die genau gleiche Richtung entwickeln.

Jeden Tag entwickeln wir uns weiter – Veränderung hört nie auf

Zitat Liebe und GlückJeden Tag wirkt auf jeden von uns das jeweilige Umfeld ein. Allein das berufliche Umfeld bewirkt sehr viel innerhalb unserer Persönlichkeitsentwicklung. Unsere Interessen verändern sich und wenn dann auch noch Kinder eine Beziehung bereichern, verändern sich Werte und Einstellungen grundlegend. Nach 10 Jahren Beziehung und Ehe ist niemand mehr der Gleiche, der er zu Beginn dieser Beziehung war.
Glückliche Paare lassen diesem Entwicklungsbereich Raum und respektieren die Entwicklung ihres Partners. Sie schauen nicht ständig darauf, was alles fehlt und was der Partner alles nicht erfüllt, sondern sie schauen auf das Verbindende statt das Trennende. Sie reiben sich nicht ständig all die gegenseitigen Unzulänglichkeiten unter die Nase.
Sie nähren das Verbindende und Gemeinsame und geben sich gegenseitig frei, die innerhalb der Beziehung fehlenden Elemente anderweitig zu erleben.

So kann es z. B. passieren, dass ein Partner sich zusehends für Spiritualität öffnet und sich Austausch zu diesen Themen wünscht. Wenn der eigene Partner jedoch nicht dieses Interesse teilt und man jetzt immer wieder versucht, diesen aber zu bekehren und auf genau den gleichen Weg zu bringen, wird über kurz der lang Frustration auf beiden Seiten entstehen.
Glückliche Paare erkennen die unterschiedlichen Entwicklungsintervalle an und versuchen nicht, am Gras zu ziehen. Alles hat seine Zeit und nicht jeder entwickelt die gleichen Interessen und auch noch zur gleichen Zeit. Deshalb denken sie in Lösungen und finden dann z. B. einen Austausch zu spirituellen Themen außerhalb der Paarbeziehung mit anderen Gleichgesinnten.

Glückliche Paare sehen sich nicht wie siamesische Zwillinge, sondern als Individuen, die durch die bedingungslose Liebe (eine Liebe ohne Bedingungen) miteinander verbunden sind.
Und diese Unterschiede in den Bedürfnissen können entlang unterschiedlichster Beziehungsbereiche gegeben sein: kognitive Interessen, Hobbies, Reisefreude, Sexualität, Weiterbildungen, Unternehmungen etc. Es lässt sich für jeden Bereich eine wunderbare Lösung finden, solange das Fundament der Beziehung die Liebe und Aufrichtigkeit ist und in der Partnerschaft das Zusammenleben und Miteinandersein bereichernd und schön sind.

Die Liebe geht eigene Wege

Zitat glückliches LebenNiemand besitzt seinen Partner und manchmal kann es auch passieren, dass der eigene Partner sich neu verliebt. Denn wenn eins sicher ist, dann dass die Liebe ihre eigenen Wege geht und nicht planbar ist. Sie platzt in dein Leben, wenn du es am wenigsten erwartest und du kannst nichts dagegen tun. Aber auch hier ist ein wirklich Liebender in der Lage, loszulassen – auch wenn es schwer fällt. Denn wenn du einen Menschen wirklich liebst, wünschst du ihm immer auch sein Glück – auch wenn dies in den Armen eines anderen Menschen liegt. So entstehen mitunter die außergewöhnlichsten Lebensmodelle wie z. B. das Wohnen der getrennten Ehepartner mit jeweils neuen Partnern und Familien in einem gemeinsamen Mehrgenerationenhaus und einem liebevollen Miteinander in gegenseitiger Unterstützung statt Rosenkrieg. Lösungen gibt es immer, wenn man sie mit Liebe sucht.

Hier die 15 Dinge, die glückliche Paare anders machen

  1. Sie lenken ihre Aufmerksamkeit auf alles, was gut funktioniert anstatt auf das, was noch fehlt oder nicht läuft.
  2. Jeder ist ganz wahrhaftig der, der er ist, handelt danach und verstellt sich nicht.
  3. Glückliche Paare besprechen alles aktiv und offen miteinander und unmittelbar, was sie sich wünschen, anstatt zu erwarten, dass der andere es sieht und bemerkt.
  4. Glückliche Paare geben einander alle Freiheit, die die Liebe braucht, um genährt zu werden und erdrücken sich nicht gegenseitig durch Besitzdenken, Aufopferung oder Dominanz.
  5. Glückliche Paare begegnen sich auf Augenhöhe und fördern das gegenseitige Wachstum anstatt Angst davor zu haben, vom Partner (z. B. im Erfolg) überholt zu werden.
  6. Sie interessieren sich aufrichtig für den Tag des Partners, besprechen, was sie bewegt und hören einander wirklich zu. (Auch in Bezug auf berufliche Themen)
  7. Sie bringen sich gegenseitig absolutes Vertrauen entgegen anstatt Eifersucht und Befürchtungen.
  8. Sie sprechen die Liebe zueinander täglich aus und was noch wichtiger ist: sie zeigen sie sich durch liebevollen Umgang miteinander im Alltag.
  9. Sie tragen sich nicht die Vergangenheit nach und legen sie in jede aktuelle Konfliktsituation wieder auf den Tisch, sondern bleiben im Jetzt und immer fair.
  10. Glückliche Partner flirten miteinander – ohne dass es in körperlicher Liebe enden muss. Sie bestätigen die gegenseitige Attraktivität und geben einander das Gefühl, etwas Besonderes zu sein.
  11. Sie reservieren sich bewusst Zeit füreinander und verbringen diese nicht vor dem Fernseher, sondern aktiv mit verbindenden Erlebnissen, Nähe und Freude.
  12. Glückliche Paare lachen viel gemeinsam.
  13. Sie probieren gerne auch mal gemeinsam etwas Neues aus und werden durch diese Erlebnisse immer tiefer miteinander verbunden.
  14. Sie gönnen sich regelmäßig Auszeiten – gemeinsam, aber auch unabhängig von einander und tauschen sich dann darüber aus.
  15. Glückliche Paare sorgen dafür, dass jeder selbst in seine Mitte findet, anstatt am anderen herumzudoktern – so begegnen sie sich gegenseitig in Harmonie statt in Abhängigkeiten.

Was mir aber noch besonders wichtig herauszustellen ist, ist dass nicht jede Beziehung ausreichend Verbindendes aufweisen kann, um zusammen zu bleiben. Manchmal entwickeln wir uns innerhalb der Beziehung so sehr in unterschiedliche Richtungen, dass ein Miteinander ein konstanter Kompromiss wird. Wenn der eigene Partner dir nur noch fremd ist und es zu wenige verbindende Aspekte und vor allem aufrichtige Liebe für einander gibt, dann ist Loslassen oft die einzige Möglichkeit, Beziehungsleid zu beenden. Denn wenn eine Beziehung nur noch Arbeit darstellt und Kraft verbraucht, anstatt eine Kraftquelle darzustellen, wartet mit Sicherheit eine bessere Lösung auf dich als dieses Paar-Erleben. Dann ist es wichtig, den Mut zu finden, zu sich und den eigenen Bedürfnissen zu stehen und den eigenen Weg in Liebe zu gehen.

 

 


1 Kommentar

  1. Danke für diesen Beitrag, sehr schön geschrieben …
    Ich bin für mich verantwortlich, nicht dafür dass mein Partner glücklich ist. Bin ich mit mir im EINKLANG, in Frieden, spürt das mein Partner, meien Familie … so fällt es leichter Konflikte anzusprechen und gemeinsame Lösungen „zuzulassen“!
    Fröhliche Grüße, Romana

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.