Anleitung zur persönlichen Apokalypse

Gepostet von am 25. April 2014 in beliebte Themen, Gesundheit, Lebensfreude, Liebe/Beziehungen, Selbstbewusstsein | Keine Kommentare

Anleitung zur persönlichen Apokalypse

Kennst du Energievampiere und Krafträuber? Das sind Freunde und Bekannte, die dir genüsslich in Endlosschleife deine Ohren abkauen und ihre Dramen des Lebens in epischer Breite darlegen und das problemlos jede Woche. Sie leben praktisch im Dauer-Burnout. Sicherlich ertappst du dich immer wieder dabei, ihnen liebevolle Tipps und Auswege aus ihren zahlreichen Pleiten, Pech`s und Pannen zu geben. Mit dem Resultat, dass jedoch keine Andockstation zwischen ihren Ohren vorhanden ist für diese Art von Information. Denn Lösungen sind nicht das, was Energievampire brauchen. Und Lebensfreude auch nicht. Sie hungern nach Aufmerksamkeit, nach Mitleid und Worten wie: „Ohhhh du Arme(r)!, Mensch das ist ja wirklich unglaublich! Dass dir das passieren musste – ausgerechnet dir!“ Diese Worte sind Balsam für ihre geschundenen Nerven und fließen geradewegs und schnurstraks in die Ausschankzentrale der Glückshormone. Ping ping ping: ein Feuerwerk des flüchtigen Glücks. Jaja, jammern macht Energievampire tatsächlich glücklich. Sie würden in der Opfer-Olympiade mühelos Gold abräumen, wenn es diese gäbe. Und das mit Links.

antriebslosWie fühlst du dich aber jedes Mal, sobald diese Spezies ihren Ballast bei dir abgelassen hat? Ausgelaugt und ausgebrannt? Wie eine Piñata am Kindergeburtstag? Du weißt schon, diese Dinger, die mit Süßigkeiten gefüllt und aufgehängt werden, damit sich die Kinderbande so richtig abrackern kann daran mit einem Schläger und ordentlichem Draufhauen. Herzlichen Glückwunsch! Und wie lange brauchst du selbst, um wieder halbwegs guter Stimmung zu sein und Kraft für die Dinge zu haben, die dir wichtig sind?

Natürlich sind Energievampire IMMER nur die anderen. Ich zumindest habe noch niemanden getroffen, der von sich gesagt hätte: „Mensch wie gut mir das immer tut, die Emma immer so schön vollzuladen mit meinen Problemen und wie befreiend das immer wirkt.“ Ein Satz wie dieser kommt dann schon eher: „Du, es tut doch wirklich immer wieder gut, mit dir zu reden. Danach fühle ich mich wie neu geboren!“ Dass du gerade auf dem Energieniveau einer leeren Pappschachtel unterwegs bist und aussiehst wie frisch aus dem Auge des Hurrikans ausgespuckt, wird vom Energievampir natürlich nicht bemerkt. Wenn du Glück hast, dann hörst du noch aus der Ferne den Satz: „Du siehst heute aber auch nicht besonders frisch aus. Solltest dir mal etwas Gutes tun. Ciao, war schön heute.“

keine LebensfreudeTatsächlich ist es aber so, dass jeder von uns auch mal in eine Phase geraten kann, in der er selbst zu einem solchen Krafträuber wird, ohne es wirklich zu merken und keine Lebensfreude mehr zulässt. Und das Problem dabei ist, dass wir immer genau das in unserem Leben verstärken, das wir am häufigsten tun oder denken. Kreisen Gedanken um Probleme, kommen immer mehr auf uns zu. Jammern wir ständig, geht uns auch nie der Grund aus, über den wir klagen können. Wann immer du also bemerkst, dass dir wieder einmal ein Energievampir gegenüber sitzt oder du dich selbst in einen verwandelst, kannst du ihm folgende Liste zukommen lassen (oder selber lesen) mit der Anleitung zur persönlichen Apokalypse – denn das scheint ja genau das Ziel zu sein, dass der Energievampir so zielstrebig anpeilt. Wofür sonst die ganze Mühe?

 

Anleitung zur persönlichen Apokalypse – Ticket zum Unglücklichsein

 

1. Erkenne, dass du der geborene Pechvogel bist

Pechvogel BurnoutGewinnen tun nur die anderen – immer! Soviel ist sicher. Wenn du dies erkennst, hast du auch in Zukunft keine Scherereien mehr damit, dich um irgend etwas bemühen zu müssen. Denn du weißt ja, dass sowieso die anderen besser dran sind. Sie haben alle Möglichkeiten, Talent und Ehrgeiz, du natürlich nicht. Woher auch? Allein diese Erkenntnis macht dein Leben schon um Einiges leichter, denn du brauchst dich nicht mehr anzustrengen, du kannst direkt aufgeben, bevor du angefangen hast. Ist das nicht toll?

2. Alle sind gegen dich!

LebenskriseHeutzutage kann man wirklich niemandem mehr trauen. Nichtmal den eigenen Verwandten! Neid und Missgunst lauern wirklich überall. Wenn jemand nett zu dir ist, dann mit Sicherheit nur, weil er sich etwas davon verspricht. Keiner ist einfach nett zu dir ohne Hintergedanken, warum auch? Wenn dir jemand mal einen Tipp gibt, solltest du diesen unbedingt sofort ignorieren und am besten gleich vergessen. Denn diese Tipps sind fiese Fallen, die böse Zungen getarnt als gute Ratschläge vermeintlicher Freunde dir stellen, damit du schnellstmöglich scheiterst.

3. Deine persönliche Zauberformel: JA ABER…

Mit dieser Satzeinleitung kannst du sofort jeden gut gemeinten Ratschlag (du weißt ja, dass dies nur eine fiese Falle ist) aushebeln. „Ja aber“ passt in jeden Kontext und ist immer gleich wirkungsvoll. Damit musst du dir auch keine Gedanken machen, dass dein Gegenüber noch weitere Ideen produziert, die bei dir ohnehin nicht funktionieren, wie du ja aus zuverlässiger Erfahrung weißt (siehe Punkt 1).

4. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Vertrauen steigernWie soll auch nur irgend etwas gut laufen, wenn du nicht den Daumen drauf hast? Alles, was du nicht kontrollieren kannst, geht mit Sicherheit schief. Denn: Was schief gehen kann, wird schief gehen! Soviel ist sicher. Nur Schwachköpfe und Kinder leben im Vertrauen darauf, dass schon alles gut kommt. Und die haben ja keine Ahnung! Das Gute daran, alles unter Kontrolle zu haben, ist, dass du auch immer schön beschäftigt bist und keine Zeit hast, einfach mal nutzlos herum zu hängen. Du hast alle Hände voll zu tun und es kommt keine Langeweile auf.

5. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Deine Arbeit ist die Wurzel allen Übels. Wenn du im Lotto gewinnen würdest (was ja wegen Punkt 1 sowieso ausgeschlossen ist…), dann würdest du sofort deinen Job kündigen und das mit einem Fanfarenumzug! Dein Chef ist inkompetent und deine Kollegen alle sowieso unzurechnungsfähig, weshalb dein Job auch wirklich eine Zumutung für dich ist. Daran kann man aber nichts ändern, denn das ist ja immer das Gleiche. Hier und überall! Deshalb kann auch nur und ausschließlich nach Feierabend überhaupt eine gute Zeit beginnen. Es ist vollkommen ausgeschlossen, dass Arbeit jemandem Freude bereiten kann, geschweige denn einen glücklich macht.

6. Die Welt ist schlecht! Und es wird immer schlimmer!

Schon Till Eulenspiegel sagte: „Früher war die Zukunft auch noch besser.“ Dem kannst du dich nur anschließen. Egal wohin man schaut, überall wimmelt es von rücksichtslosen Menschen, verzogenen Kindern und Dummheit. Vor allem bei der Arbeit (mit Ausnahme der Kinder). Wie sollst du da überhaupt auf einen grünen Zweig kommen als einer der wenigen, die noch Anstand im Leib haben?

7. Die anderen sind schuld

LebenskriseWenn die anderen sich mal ein bisschen mehr Mühe geben würden und etwas rücksichtsvoller und aufmerksamer wären, dann ginge es dir weitaus besser. Aber die Ignoranten machen dir das Leben auf Schritt und Tritt schwer. Wenn die anderen sich so rücksichtsvoll, wertschätzend, Lob-spendend, mitfühlend, helfend und ermutigend verhalten würden wie du, dann wäre alles besser. Aber so wird das nix!

8. Für Änderungen ist es jetzt schon zu spät!

Um noch etwas an deiner Lage oder in deinem Leben verändern zu können, ist es leider schon zu spät. Beruflich kannst du ab 30 auf keinen Fall mehr umsatteln, deine Ehe musst du erdulden, so wie sie ist, weil dein Partner ja ohne dich kaum überlebensfähig wäre und danach ist es ja auch nicht wirklich besser, für Hobbies hast du ja keine Zeit, weil dein Job dich so auf Trab hält. Menschen, die mit 40, 50, 60 oder 70 nochmal ihr Leben verändern, sind absolute Ausnahmen und mit denen braucht man sich gar nicht erst zu vergleichen. Aber wahrscheinlich sind sie nichtmal real existierend, sondern eine Erfindung der Medien.

9. Du kannst sicher sein, dass du irgendwann schwer krank wirst!

gesund durch positives DenkenBei der heutigen Umweltverschmutzung, dem schlechten Essen und dem Stress (vor allem in deinem Job) und deiner genetischen Veranlagung,  ist es kein Wunder, dass du immer wieder krank bist und sicher einmal schwer erkranken wirst. Das Beste ist, wenn du vorsorglich schonmal die wahrscheinlichsten und schwersten Krankheiten direkt googlest und dich unmittelbar auf die beschriebenen Symptome konzentrierst. Du wirst sodann zügig feststellen, dass du eine ganze Reihe an Symptomen bereits erkennen und spüren kannst. Jetzt aber schnell zum Arzt, bevor es zu spät ist. Aber Achtung: Auch die meisten Ärzte sind leider inkompetent, deshalb nimm vorsichtshalber deine überzeugenden Google-Recherchen mit, damit es nicht zu Fehldiagnosen kommt. Sicher ist sicher!

10. Positives Denken ist etwas für geistige Irrläufer! 

Angesichts der Tatsachen muss man schlichtweg sagen, dass positives Denken nichts nützt. Wenn das einer bestätigen kann, dann du, denn du weißt aus zuverlässiger Erfahrung, dass meistens die Dinge schief gehen. Wenn man aber mit dem Schlechten rechnet, dann wird man wenigstens nicht enttäuscht! Auch das ist sicher. Es ist außerdem völlig oberflächlich, immer an das Gute zu glauben, da jedem auch Negatives widerfährt. Nur Esotanten und -onkel glauben an die Kraft des positiven Denkens, aber die haben es ja mit dem Denken ohnehin nicht so. Du siehst auf jeden Fall sehr zuverlässig, dass ständig Schlechtes passiert und das wird ja nicht einfach anders werden, nur weil du positive Gedanken hast. Wie sollte das auch gehen? Ts ts ts!

Wenn du nun alle Punkte schön auf deinem Lebensweg pflegst und beherzigst, wird deine ganz persönliche Apokalypse nicht lange auf sich warten lassen.  Das ist sicher. Falls du aber doch noch einen neuen Weg ausprobieren möchtest, dann kannst du ja mal vorsichtig, diesen Artikel lesen. Aber Achtung: Es könnte gefährlich fröhlich werden in deinem Leben. Willst du das auch wirklich?

 


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