Lebensfreude steigern – in Gelassenheit und Vertrauen leben

Gepostet von am 27. August 2013 in beliebte Themen, Gelassenheit, Lebens-Wendepunkte, Lebensfreude, Liebe/Beziehungen | Keine Kommentare

Lebensfreude steigern – in Gelassenheit und Vertrauen leben

Weißt du, was dich, mich und überhaupt alle Menschen auf der Welt gleichermaßen glücklich macht? Was uns zufrieden, happy und lebensfroh macht? Du wirst staunen, wie übereinstimmend unsere Bedürfnisse trotz größter kultureller Unterschiede sind. Die Glücksforschung hat sich in den letzten 20 Jahren sehr etabliert und es gibt unzählige Literatur zum Thema Glück, Lebensfreude und Erfolg. Das Thema ist beinahe schon etwas ausgeufert und dazu habe ich ja auch schon einen Beitrag verfasst.

Für mich zählt jedoch die schlichte und pragmatische Frage: Wie schaffe ich es, mein Leben auf Lebensfreude auszurichten und ganz persönlich meine Lebensfreude zu steigern?

Was sabotiert unser Glück und unsere Lebensfreude?

Aber zunächst einmal lohnt sich der Blick darauf, was alles in unserem Leben unser Glück trüben kann. Meist sind es bestimmte Situationen oder Verhaltensweisen anderer Menschen, die uns sprichwörtlich aus der Bahn werfen. Es kann z. B. sein, dass dich dein Kollege täglich mit bestimmten Gewohnheiten oder Bemerkungen nervt, dass dein Partner zu Hause deine Wünsche nicht beachtet oder zu wenig von dem tut, was du dir wünschst, es können deine Kinder sein, die sich konsequent über deine Regeln und Wünsche hinwegsetzen usw.

Sobald jedenfalls etwas anders läuft, als du es dir erhofft hast, läuft schon ein inneres Muster ab, das in dir bestimmte Gefühle erzeugt. Die meisten Leute identifizieren sich unmittelbar mit der Situation, in der sie stecken. Alles andere verliert in diesem Moment an Bedeutung und es zählt im Stressaugenblick eben nur genau diese Situation. Man könnte also sagen: Ich bin die Situation – zumindest fühlt es sich dann so an.

 

Ein persönliches Beispiel

EhekriseIch kann mich sehr gut an das Streitmuster meiner Eltern erinnern. Interessanterweise ging es inhaltlich meist nur um eine Banalität wie z. B. dass mein Vater den Teppich vollgekrümelt hat, nachdem meine Mutter mit Staubsaugen fertig war und er fand, es sei keine große Sache, einfach nochmal zu saugen. Oder wenn der eine etwas suchte und es nicht sofort finden konnte und der andere auch nicht wusste, wo das Gesuchte zu finden sei usw. Es fing dann harmlos an und konnte sich zu einem ausgewachsenen Streit mit tagelangem Angiften auswachsen. Wenn ich meine Eltern dann fragte, was denn eigentlich der Grund für ihren Streit sei, dann kamen nur alle möglichen Aussagen des anderen zur Sprache („er hat gesagt, dass ich sowieso den ganzen Tag nur faul herumsitzen würde… Er sieht doch gar nicht, was ich hier alles mache… Ich bin doch der Arbeitsmuckel hier für alle und mich versteht keiner“- und das Ganze in Endlosschleife…), aber die eigentliche Ursache (nämlich die Krümel) hatten beide schon lang vergessen. Es ging dann nur noch um das „Generelle“ und das Generelle konnte dann eben sehr bedeutend werden. Und auf diese Weise landeten zwangsweise alle Kleinigkeiten in einem Topf zu dem nun auch die gesamte Vergangenheit und auch noch mögliche Zukunfts-Horror-Szenarien hinzugefügt wurden. Dazu einen guten Schuss Wut, Groll, Enttäuschung und Erwartungen und fertig ist die Suppe des Grauens.

In diesem Momenten waren meine Eltern nicht sie selbst. Sie waren einfach nur der Streit. Personifizierter Streit. Jeder trachtete danach, dem anderen alles ins Gesicht zu brüllen, was er noch aus der letzten Erinnerungsschublade herauskramen konnte. Und wer mehr fand, hat gewonnen.

Ich fand es einfach sehr erstaunlich, wie meine Eltern sich über so viele Jahre all den Unsinn und die ganzen Kleinigkeiten merken konnten. Offensichtlich hatten sie ein gutes imaginäres Ablagensystem, das eine unendlich große Kapazität für Negatives besaß. Da ich auch schon früher zu den Seeligen der Vergessenden gehörte, waren meine Streitereien mit meinen Eltern meist auch nur sehr kurz. Denn ich hatte dummerweise meist schon schnell vergessen, worum ein vergangener Streit ging – denn er war ja abgehakt und hatte mit dem aktuellen Thema meist nix zu tun. Und abgehakt bedeutete für mich eben erledigt und gelöscht. Also konnte ich keine alten Kaninchen mehr aus dem Streithut zaubern und darauf herumreiten – im Gegensatz zu meinen Eltern, die sich – wenn es sein musste – sogar noch an Verfehlungen aus der Babyzeit erinnern konnten.

An diesem Beispiel möchte ich verdeutlichen, dass es im Grund gar nicht darum geht, was uns gerade nervt, stresst, ärgert oder belastet. Es spielt keine Rolle, ob es ein großes Lebensthema ist oder eine verlorene Socke. Viel wichtiger ist, welche Bedeutung wir dem Ganzen beimessen und welche Energie ich hinein investiere.

Schenken wir jeder Kleinigkeit in unserem Leben, die nicht nach Plan läuft, große Aufmerksamkeit, sorgen wir automatisch dafür, dass diese Kleinigkeit sich zu etwas Großem ausweiten kann. Wir bündeln unsere Konzentration, unsere Energie und unsere Kraftreserven dann genau auf diese Situation und verstärken sie. So erleben wir dann oft, dass wenn es schon schlimm läuft, auch wirklich alles auf einmal kommt. Unser Unterbewusstsein ist immer bemüht, unseren Bedürfnissen zu folgen und alles zu erfüllen, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten. Richten wir sie auf Wut und Enttäuschung, nehmen wir automatisch mehr Situationen wahr, die uns diesen Zustand zu erleben ermöglichen. Wir ziehen dann alle möglichen Situationen an, in denen wir weitere Wut und Enttäuschung erfahren können. Die schönen, erfreuenden, unbeschwerten und lebensfrohen Situationen nehmen wir dabei gar nicht wahr, obwohl sie genauso um uns herum zu finden sind wie die anderen. Aber unser Blick ist nicht offen dafür und wir nehmen immer nur das wahr, worauf unsere Aufmerksamkeit gerade aktuelle gerichtet ist.

Der Weg aus der Unglücks-Falle – Mit WAS SOLL`S  kommst du weiter als mit JA, ABER!

FreudeSeelig sind die Vergessenden, denn sie leben im Jetzt. Damit meine ich keine Krankheiten, die uns zum Vergessen zwingen, sondern ich meine damit die Fähigkeit, jede Situation als das zu betrachten, was sie ist: Eine Situation im Hier und Jetzt. Wer die Fähigkeit besitzt, in einem belastenden Moment (Konflikt, Stress) die Vergangenheit und den Frust anderer ähnlicher Situationen auszublenden, findest schneller den Weg wieder heraus.

Es gibt eine Zauberformel, die mir in verfahrenen Situationen schon oft helfen konnte. Wann immer ich gespürt habe, dass in mir negative Gefühle aufsteigen (z. B. Wut oder massive Genervtheit) habe ich einfach „WAS SOLL`S“ zu mir gesagt. Passierte mir ein Ungeschick: Was soll`s. Verpasste ich den Zug: Was soll`s. Verhaute ich eine Prüfung: Was soll`s.

So banal es sich anhört, aber wenn eine Situation, die sich nicht mehr ändern lässt (zerbrochen ist zerbrochen, weg ist weg, kaputt ist eben kaputt) eingetroffen ist, hilft es dir nicht, wenn du deine Kraft dafür aufwendest, noch mehr Energie hinein zu investieren und die Situation von 1000 Seiten zu beleuchten. Sagst du was soll`s, hast du die Möglichkeit, offen für eine Lösung zu werden und verstärkst nicht deinen Leidzustand. 

Menschen, die die Fähigkeit haben, eine Leidsituation schnell zu überwinden, wenden genau diese Technik an. Sie haben natürlich auch immer wieder ein Thema im Leben, das sie belastet, jedoch treffen sie die Wahl, dieses Thema schnellstmöglich zu klären und zu überwinden, anstatt es zu verstärken und weitere ähnliche Themen auf ihren Radar zu ziehen.

 

Loslassen und Akzeptieren

Eine andere wichtige Eigenschaft bei der erfolgreichen und schnellen Überwindung von belastenden Situationen ist die Fähigkeit, einen Abschluss zu finden; loszulassen. Besonders schwer fällt uns dies bei anderen Menschen. Wir klammern uns im Leben an alles, was uns vertraut, bekannt und gewohnt ist. Viele glauben, alles besitzen zu müssen. Sie besitzen einen Partner, sie besitzen ihre Kinder, sie besitzen materielle Dinge. Das Problem dabei ist nur, dass wenn du dich mit dem Haben identifizierst, du ständig einen Mangel erlebst. Einen Mangel an Dingen, die du eben gerade nicht hast/besitzt, weil es zwangsläufig immer etwas geben wird, das du (noch) nicht oder nicht mehr hast. Besitzt du Menschen und Dinge, trägst du immer die Angst in dir, sie verlieren zu können, so wie deinen restlichen Besitz ebenfalls und du beginnst, dich an diese Menschen und Dinge  zu klammern, um dich abzusichern.

Besonders in der Partnerschaft kommt das dann nicht gut an. Die Angst davor, den Partner zu verlieren, verstärkt eben genau den Verlust-Gedanken und früher oder später bewahrheitet sich diese Angst. Denn wir ziehen immer genau das an, was wir lieben und was wir fürchten, weil die Emotionen hierbei am intensivsten sind und wir somit unsere Aufmerksamkeit genau darauf ausrichten.

Blickst du hingegen auf deine Vergangenheit, wirst du wahrscheinlich erkennen, dass wann immer sich etwas aus deinem Leben verabschiedet hat (Eine Arbeitsstelle, ein Partner, eine Wohnung etc.), etwas Besseres in dein Leben getreten ist. Die Zeit ist dann einfach gekommen, das Alte loszulassen. Dummerweise erkennen wir es natürlich erst viel später, wie gut es war, etwas loszulassen. Denn im Moment des Loslassens fehlt uns ja die Gewissheit, dass da etwas Besseres auf uns wartet – wir sehen ja erstmal nur das, was wir aufgeben und noch nicht das Neue.

Du kannst dir jedoch sicher sein, wenn die Zeit dafür gekommen ist, sich von etwas zu verabschieden, dann ist sie gekommen und da hilft es dir auch nichts, sich daran festzubeißen und enorme Kraft aufzuwenden, es krampfhaft in deinem Leben halten zu wollen. Du verbrauchst dabei nur deine Lebensenergie, machst dich schlapp und krank und erkennst am Ende doch, dass du nichts tun kannst. Aber du kannst auch auszuprobieren, ohne Kampf und Widerstand etwas loszulassen. Du kannst dir eingestehen, dass es schmerzt, etwas oder jemanden aufzugeben, aber die Entwicklung einfach annehmen und dich dafür entscheiden, diese Tatsache zu akzeptieren. Natürlich wirst du dann auch durch die verschiedenen Phasen der Trauer gehen (nach Elisabeth Kübler-Ross: Nicht wahrhaben wollen, Wut, Verhandeln – vielleicht wird es ja wieder-, Depression, Akzeptanz). Aber du wirst die einzelnen Schritte wesentlich schneller durchleben und dadurch auch schneller das Neue, Schöne und für dich Bessere in deinem Leben begrüßen können.

Auch ich erlebe im Moment genau eine solche Phase und muss akzeptieren, dass etwas sehr Großes und mir wichtiges, etwas sehr Vertrautes losgelassen werden möchte. Auch mir tut es weh und auch ich winde mich durch die Phasen. Mit Tränen, mit Wut, mit Hoffnung und mit Resignation und vertraue doch darauf, dass schon bald die ehrliche und tiefe Akzeptanz in mir einkehrt. Ich lebe absolut im Vertrauen darauf, dass es gut ist, so wie es ist und das hilft mir, alles zu meistern und den Blick nach vorn zu richten. Ich weiß, in einer gewissen Zeit werde ich zurückschauen und wissen, dass es gut war, seine Wahrheit zu leben, zu sich zu stehen und im Vertrauen loszulassen und wir alle können das.

 

Lebensfreude steigern

Hast du ersteinmal verinnerlicht, dass der Weg zur Gelassenheit und Lebensfreude über das Vertrauen zu finden ist und schaffst du es, was soll`s zu sagen wann immer etwas geschieht, das unumkehrbar ist, dann wirst du sehen, dass du wesentlich mehr Lebensfreude spüren wirst. Du wirst viel schneller unangenehme Dinge überwinden und dadurch viel öfter Lebensfreude empfinden. Du wirst in der Lage sein, zu dir selbst zu stehen und deinen Blick auf das Positive und auf das, was alles gut läuft in deinem Leben zu richten anstatt auf das, was alles fehlt und nicht funktioniert. Und sobald du dies tust, lenkst du deine Aufmerksamkeit kontinuierlich auf das Positive und für dich Beste und ziehst es dadurch noch weiter und weiter an.


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