Leben in Angst? Was wir vom Beispiel Angelina Jolie lernen können

Gepostet von am 16. Mai 2013 in beliebte Themen, Gelassenheit, Glaubenssätze, Lebensfreude, Selbstbewusstsein | 1 Kommentar

Leben in Angst? Was wir vom Beispiel Angelina Jolie lernen können

Angelina Jolie fürchtet, dass Brust- oder Eierstock-Krebs irgendwann ihren Kindern die Mutter nehmen könnten. Deshalb hat sie noch bevor es zu einer Diagnose kommen kann bereits entschieden, sich von den Körperteilen zu verabschieden, die ein mögliches Krebsrisiko darstellen könnten. Doch wie kommt es dazu, dass ein Mensch eine derart unumkehrbare Entscheidung trifft und was ist die treibende Kraft dahinter?

Angst-LiebeEs ist die Angst, die manche von uns zu solchen Entscheidungen treibt. Die Angst ist der größte Verhinderer der Lebensfreude. Da wo Angst ist, kann keine Lebensfreude sein. Da wo Angst ist, hat keine Freiheit Platz. Angst hält uns gefangen und verhindert, dass wir in Vertrauen leben können.

In der Grafik kannst du sehen, wie sich unser Leben gestaltet, wenn wir angstvoll leben. Angst beinhaltet meist die Furcht vor Verlust. Angst ist Mangeldenken – ist die Überzeugung, dass zu wenig von etwas da ist. (Liebe, Anerkennung, Geld, Zeit…) Wenn wir in Angst leben, dann fürchten wir meist:

  • etwas oder jemanden zu verlieren (z. B. unseren Partner)
  • nicht geliebt zu werden (wenn wir z. B. nein zu etwas sagen, das wir nicht wollen)
  • abgelehnt oder ausgegrenzt zu werden (wenn wir uns nicht anpassen)
  • krank zu werden – also die Gesundheit zu verlieren
  • unsere Arbeit zu verlieren, wenn wir nicht ALLES tun, was von uns verlangt wird
  • unsere Jugend zu verlieren
  • unseren Besitz und unseren Status zu verlieren, wenn wir nicht hart genug arbeiten
  • unser Ansehen zu verlieren, wenn wir für etwas einstehen

Das Problem mit der Angst ist, dass sie im Laufe des Lebens stetig zunimmt. Denn Angst zieht immer noch mehr Angst nach sich. (Gleiches zieht immer Gleiches an). Das, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, verstärkt sich natürlicherweise in unserem Leben. Ist es Freude, kommt von allen Seiten mehr Freude, ist es Krankheit, dann erwischt es uns meist so richtig schlimm auf einmal und ist es Angst, dann treten mehrere Ereignisse ein, die uns Angst machen. Es wird für uns zusehends schwerer, all die Dinge unter Kontrolle zu haben, die uns wichtig sind und diese Kontrolle kostet uns unheimlich viel Kraft.

Aus Angst, etwas verlieren zu können, kreisen unsere Gedanken ständig darum, was alles dazu führen könnte, dass wir etwas verlieren und was wir dagegen unternehmen können. Was wir dabei nicht merken ist, dass wir uns gedanklich die ganze Zeit damit beschäftigen, etwas verlieren zu können. Unser Unterbewusstsein bekommt nonstop die Order, sich mit Verlust, also dem Mangel an etwas auseinander zu setzen. Und ganz automatisch richten wir uns nun unterbewusst auf genau diesen Mangel ein. Das, was wir am meisten lieben oder am meisten fürchten, ziehen wir in unser Leben. angelina-jolie

Angelina Jolie fürchtet so sehr, verfrüht sterben zu können, um dann ihre Kinder mutterlos zurückzulassen, dass sie sich hierfür sogar unnötig operieren lässt – nur auf Basis einer möglichen Prognose (die nicht gleichzusetzen ist mit Gewissheit). Doch was ist, wenn ihre Gedanken und ihre Angst vor Krankheit sich nun in anderer Form zeigen? Denn diese Gedanken hat sie sich nicht entfernen lassen können und sie wirken immer noch in ihr. Tag für Tag…

Hier ein Video, das sehr gut die Zusammenhänge im Unterbewusstsein erklärt. Es illustriert auf sympathische Art, wie das Unterbewusstsein immer die Gedanken die wir am häufigsten denken zum Vorschein bringt.

 

Leben im Vertrauen

Was wäre, wenn du erkennen könntest, dass du keine Angst zu haben brauchst? Wenn du die Möglichkeit hättest, dich hier und jetzt dafür zu entscheiden, deine Angst hinter dir zu lassen und dir und deinem Leben zu vertrauen – würdest du dich dafür entscheiden?

Sisyphos

Bild von Barbara Henninger

Ein Schwank aus meinem Leben

Ich glaubte früher immer dann am meisten Sicherheit zu empfinden, wenn ich alles unter Kontrolle hatte. Liefen die Dinge nach Plan und genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte, dann fühlte ich mich sicher. Das Schlimmste waren für mich immer die unvorhersehbaren Reaktionen anderer Leute. Und glaub mir, die gab es dummerweise zuhauf. Mein Leben glich dem Bildnis von Sisyphos, der ewig den gleichen Stein den Berg hochrollt und oben angekommen von vorn beginnen muss.

Ich konnte den schönsten Tag erleben, den größten Erfolg einheimsen oder etwas wirklich wundervolles erfahren – alles konnte von einem Moment auf den anderen wie eine Sandstatue in sich zusammenfallen, wenn jemand, dessen Meinung mir wichtig war, mich kritisierte oder beiläufig etwas abschätziges sagte. Dann fühlte ich mich sofort mies. Und der Grund war meine Angst. Dabei war meine allergrößte Angst immer die, als dumm, inkompetent oder unwissend dazustehen. Ich fürchtete, dass andere mich nicht anerkennen oder mich weniger mögen würden, wenn ich nicht schlau genug war. Also war ich den ganzen Tag damit beschäftigt, schlau zu sein und damit, das auch in Form von besonderen Leistungen ständig beweisen zu müssen. Anstrengend – das kann ich dir sagen.

Das Problem mit der Angst ist leider auch, dass sie all die guten Seiten in uns blockiert und auch unseren Zugang zur Intuition. Fühlen wir uns frei und können einfach wir selbst sein, dann fehlen uns nie die Worte. Alles fließt, wir sprechen und bewegen uns frei. Haben wir Angst, zu versagen, als nicht schlau genug dazustehen oder nicht gut genug zu sein, dann fehlen uns im richtigen Moment die richtigen Worte und wir bestätigen unsere unbewusste Angst durch Erlebnisse immer wieder: nämlich z. B. der Sprachlosigkeit (die wir uns gegenüber natürlich gleich mit Dummheit gleichsetzen.).

 

Wie schaffe ich es, im Vertrauen zu leben?

Die erste Erkenntnis, die ich hatte, war die, dass die Angst nur in meinem Kopf existiert. Erst der Gedanke löst ein Gefühl und dann die Handlung aus. Erst heute konnte ich diese Erfahrung durch meinen Sohn wieder hautnah neu erleben. Er musste zur Blutentnahme und noch bevor die Nadel in der Nähe seines Arms war, wackelten die Wände durch seine Schreie. Und das, obwohl ich ihm einige Tage zuvor mit einem einfachen Faden einen Wackel-Zahn ziehen konnte – ohne Geschrei und ohne Angst. Da dachte er daran, wie cool sich seine Zahnlücke machen würde und wie stolz er sie in der Schule zeigen könnte. Allein die Gedanken an das positive Ergebnis blockierten jeglichen Schmerz und jede Angst vor dem Ziehen. Heute löste allein schon der Blick auf die Nadel das blanke Entsetzen in ihm aus. Und so ergeht es uns Erwachsenen oft wegen Nichtigkeiten. Das Drama findet zuallererst in unserem Kopf statt.

FreudeIch habe mich irgendwann dazu entschlossen, mich nur noch auf die schönen Aspekte des Lebens zu konzentrieren. Ich habe begonnen, all das Schöne im Alltag zu sehen, das mich umgibt. Eine große Herausforderung waren auch diesmal sehr spezielle Leute, wie z. B. eine cholerische Nachbarin oder eine immer motzende und meckernde Zeitgenössin. Aber ich habe begonnen, auch ihnen etwas Gutes abzugewinnen und war erstaunt, dass auch sie so ihre guten Seiten haben. Manchmal muss man lange suchen – aber man findet bei jedem etwas Gutes. Interessant ist, dass ich von da an nun keinerlei Spannungen mehr ihnen gegenüber empfunden habe und mit allem gelassen und entspannt umgehen konnte.

Leben im Vertrauen bedeutet, eine Wahl zu treffen, eine Entscheidung. Du kannst dich für Liebe und Freude am Leben entscheiden oder für Angst und Mangel. Und das Schöne ist, du kannst diese Wahl immer wieder treffen und wenn es einmal nicht klappt mit der richtigen Entscheidung, dann eben beim nächsten Mal. Im Vertrauen zu leben bedeutet, dass du die Dinge in Angriff nimmst, die du wirklich ändern kannst und den Dingen, die du nicht ändern kannst, einfach gelassen gegenüber bleibst. Wenn du sie nicht ändern kannst, was nützt es dir, dich darüber zu ärgern und zu schimpfen?

Wenn ich abends ins Bett gehe, überlege ich mir, was für den nächsten Tag alles ansteht und stelle mir vor, dass alles so kommt, wie es mir Freude macht und das Beste für mich ist. Morgens denke ich das auch noch und starte so in den Tag. Wenn irgendwas dann tatsächlich anders verläuft und ich nicht laut Hurra rufen kann, dann sage ich mir: Okay, was soll`s. Dann machen wir jetzt eben das Beste draus. Das spart Nerven und Energie.

Ich wünsche auch dir Gelassenheit und Vertrauen in dich, dein Leben und das Sein an sich. Es befreit unheimlich. 🙂

Ein Buchtipp gefällig?
Stell dir vor, du könntest Gott alle Fragen stellen, die du hast. Wirklich alles und er er würde sie dir beantworten. Neal Donald Walsch hat das getan und heraus kam ein Weltbestseller, den auch ich nur empfehlen kann: Gespräche mit Gott.  Viel Freude beim Lesen und Leben.

 

 

 


1 Kommentar

  1. …..gehe doch einen Schritt weiter. Wenn Du abends schon anfängst an morgen zu denken, hat das nichts mit Vertrauen zu tun. Vertraue dir… für die Nacht… für jetzt!
    Herzliche Grüsse, Katin.

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