Stress? Gönn dir DEINE Zeit!

Gepostet von am 11. Dezember 2012 in beliebte Themen, Eltern/Erziehung, Gelassenheit, Lebensfreude | Keine Kommentare

Stress? Gönn dir DEINE Zeit!

Einen Artikel über Stress kann ich mir sparen. Die gibt es anderweitig zu Hauf. Doch hatte ich selbst neulich ein AHA-Erlebnis, dass ich gern mit dir teilen will und das passt sehr gut zum Thema Stress und Gelassenheit, Kraftquellen und Quality Time.
Hast du auch das Gefühl, dass dein Tag immer schneller und umtriebiger wird? Alle haben es eilig und alles muss immer zack zack gehen. Der Tag ist durchgetaktet und es bleibt kein (Zeit)Raum für Momente der Stille und Ruhe. Sogar bei kleinen Kindern ist das schon so. Morgens stehen wir auf und anstatt einfach noch im Bett liegen zu bleiben und den Start in den Tag zu genießen, stürmen wir ins Bad, zu den Kindern oder in die Küche. Es geht also los. Dabei haben wir immer die Uhr im Blick und wissen genau, dass wir es mal wieder eilig haben. Wir müssen ja zur Arbeit. Die Kinder in Kindergarten und Schule und wir haben keine Zeit. Unsere beim Essen bummelnden Kinder ermahnen wir, doch bitte endlich zu essen anstatt zu träumen und zu reden und beim Anziehen geht es in diesem Tonus gleich weiter. Der erste Moment der Ruhe findet dann erst im Auto oder im Bus statt – wenn überhaupt. Sicher muss ich nicht den ganzen Tag durchspielen, weil es im Grunde genau in diesem Tempo meist weiter geht.

Doch sehnen wir uns nicht alle nach Ruhe und Stille? Nach einem friedvollen Moment, in dem wir einfach an nichts zu denken brauchen und abschalten können? Wir träumen dann vom Urlaub und freuen uns schon darauf. Allerdings findet dieser dummerweise erst in vier, fünf, sechs Monaten statt. Also noch ein bisschen durchhalten! Doch was ist mit jetzt? Sind wir wirklich unsere eigenen Zeitsklaven oder gibt es nicht doch eine Möglichkeit, innerhalb unseres bewegten Alltags Momente für uns zu finden?

Ich habe festgestellt, dass unsere beiden Kinder auch einen routinierten Alltag haben (was an sich ja nicht schlecht ist und ihnen Sicherheit bietet). Sie haben zwar glücklicherweise recht viel Spielzeit, aber sie sind nie wirklich allein – für sich. Morgens sind wir alle zusammen, tagsüber sind sie von Gleichaltrigen Kindern umgeben und ab Nachmittag sind sie wieder als Geschwister vereint. Momente der Stille gibt es nur, wenn jeder vertieft seinen Interessen nachgeht wie Puzzeln oder lesen.

Stress-Zone Bad

Eine bestimmte Situation ist bei uns immer recht heikel. Das gemeinsame Bad der Kinder. Es geht meist fünf Minuten gut und dann geht der Kampf um Schaum und Wasserspielzeug schon los. Unsere Wanne gleicht dann einer Gladiatoren-Kampfarena und ich mittendrin.

Irgendwann wollte ich ihnen das „Allein-Baden“ schmackhaft machen, um nicht zuletzt meine eigenen Nerven zu schonen (Denn verrückterweise wollen sie ja trotzdem nie etwas ohne den anderen tun) und führte „Meine Zeit“ ein. Ich sagte, dass ab jetzt jedes Kind einzeln baden und sich SEINE ZEIT nehmen würde. Die Regel war: Es gibt keine Regeln. Jeder bleibt, so lange er will und macht im Bad was er will. Es ist seine Zeit. Alles begann damit, dass wir einpaar Kerzen anzündeten und ein schönes schwaches Lämpchen. Und als der erste im Bad saß, sagte ich ihm einfach nochmal „Es ist jetzt DEINE Zeit. Genieße sie. Sie gehört nur dir.“ Beide meiner Kinder waren so fasziniert von dem Gedanken, ihre eigene Zeit zu bekommen und sie fragten jeweils beide, wie lange sie denn in der Wanne bleiben könnten. Ich sagte, dass nur sie darüber entschieden. Es sei ja ihre Zeit und sie bestimmten darüber. Beide wiederholten dann unabhängig voneinander mehrmals ganz andächtig und stolz „Meine Zeit, es ist nur meine Zeit.“ und sie genossen ihr Bad. Auf einmal wurde das Baden zu etwas ganz Besonderem bei uns. Die Art und Weise, wie sie seither baden ist gänzlich anders. Früher nahmen sie den Schaum nur als Mangelware war, um die gestritten und gekämpft werden musste. Nun betrachten sie ihn jeder für sich, von allen Seiten, sie kosten ihn, zerdrücken ihn, verteilen ihn und versuchen, etwas daraus zu bauen. Sie nehmen das Wasser wahr und tauchen bewusst ab und auf, lassen es durch die Finger laufen und was ihnen sonst noch einfällt. Sie gehen achtsam mit ihrer Zeit um. Interessanterweise baden sie seit dem nicht länger, haben jedoch das Gefühl, dass es viel länger dauert und sind danach so wunderbar ausgeglichen wie selten. Du kannst dir sicher vorstellen, dass es auch für mich eine Freude geworden ist, die Kinder zu baden, weil auch ich diesen schönen Moment mit ihnen teilen und genießen darf. Kein Gezeter, kein Geschrei, keine Ermahnungen. Nur Ruhe und Freude. Herrlich!

Stress lass nach durch Quality Time – Deine Zeit der Ruhe und Entspannung

Was können wir also für uns Erwachsene daraus ziehen?
Wie wäre es, kleine Alltagsmomente wie z. B. das Trinken der Tasse Tee oder Kaffee, das Mittagessen, den Plausch mit der Kollegin etc. in „MEINE ZEIT“ zu konvertieren und diesen Moment bewusst und achtsam zu erleben? Erstens fühlt sich dann dieser Moment „besonders“ an und zweitens hast du das Gefühl, dass er länger dauert, weil du ihn auskostest. Und drittens schenkt dir dieser Moment Kraft und auch noch Lebensqualität. Wenn du nach Hause kommst, dann könntest du dir ja auch zuerst einen Moment DEINER ZEIT nehmen und dich in deinen Lieblingssessel setzen und dein Lieblingsgetränk trinken. Du könntest dein Zuhause einfach aufsaugen und genießen. Wäre das nicht schöner als sich direkt auf die Einkaufstasche zu stürzen und die Einkäufe auszupacken oder die Post sofort durchzugehen?

Seit meine Kinder ja nun ihre Zeit haben, haben sie auch viel mehr Verständnis, wenn ich mir mal MEINE Zeit nehme und dann eben für diese Zeit nicht verfügbar bin. Sie respektieren meine kleine Auszeit und stellen ihre Wünsche eben für dieses Moment zurück. Und das ganz ohne Bitten und Betteln.

Wir haben jeden Tag etliche Momente, denen wir mehr „Bewusstheit“ einhauchen könnten und die für uns dann zum Kraftspender werden. Üben wir hingegen achtlos unsere Tätigkeiten aus, verschenken wir uns die Möglichkeit auf diese Kraftspender und der Tag fühlt sich einfach an wie jeder andere auch. Ohne bleibende Eindrücke und am Abend fallen wir erschöpft ins Bett. Probier es doch mal aus mit DEINER Zeit und schreib gerne hier deine Erfahrungen und Beispiele auf. Ich bin gespannt! Was sind die Momente DEINER ZEIT?


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