Krise überstehen – Erfahrungen unserer Vorfahren nutzen

Gepostet von am 10. Dezember 2012 in Krisen-Wissen | Keine Kommentare

Krise überstehen – Erfahrungen unserer Vorfahren nutzen

Wie wir am besten eine Krise überstehen, das wussten unsere Vorfahren wesentlich besser als wir. Wir haben uns abhängig gemacht von Technik und Komfort und erachten das Wissen unserer Großeltern größtenteils als überholt. Doch wie sieht es aus, wenn unsere Technik versagt? Weißt du dir zu helfen, wenn du mal in Not gerätst? In meinem Artikel Zeit des Wandels habe ich bereits erwähnt, dass wir uns in einer Umbruchphase befinden. In diesem Artikel möchte ich nun ganz pragmatisch und gezielt Lösungen vorstellen und das Wissen älterer Generationen mit dir teilen. Ganz konkret geht es dabei um Gedanken wie:

  • Was passiert bei einem großflächigen Stromausfall (Blackout)?
  • Welche Dinge brauche ich zu Hause, um einen längeren Stromausfall bestmöglich zu überstehen?
  • Wie haben die früheren Generationen Krisen am besten überstanden?

Zunächst einmal lohnt sich die Überlegung, welche Krise für uns persönlich relevant werden könnte. Sich einfach nur auf irgendetwas vorzubereiten macht sicher wenig Sinn. Für mich ist das Szenario eines Blackouts (flächendeckender Stromausfall) etwas, das sich praktisch jeden Tag ereignen könnte. Auf Wikipedia findest du eine Auflistung bedeutender Stromausfälle der Vergangenheit und kannst sehen, dass das Phänomen insbesondere in den letzten Jahren steigend ist. Insbesondere Koronale Massenauswürfe – Sonnenstürme sind in der Lage, unser empfindliches Stromnetz nicht nur zu destabilisieren, sondern auch über mehrere Tage komplett lahm zu legen. Und gerade für 2012 und 2013 werden seit Langem besonders intensive Sonneneruptionen erwartet.

Was passiert bei einem großflächigen Stromausfall (Blackout)?

Doch was passiert, wenn flächendeckend für, sagen wir eine Woche, der Strom ausfällt? Wir sind so abhängig vom Strom wie keine Generation vor uns es je war. Der technologische Fortschritt hat kleine Betriebe zugunsten von Großkonzernen vertrieben und Manpower durch Technik so gut es geht ersetzt. Ohne Strom keine Technik? Ohne Strom lässt sich nicht backen oder kochen, lässt sich nichts produzieren oder vervielfältigen. Bäckereien und Lebensmittelhersteller müssen ihre Produktion einstellen. Kühltheken fallen aus, die elektrischen Türen in Supermärkten, öffentlichen Gebäuden sowie Banken bleiben geschlossen. Geldautomaten funktionieren nicht und in Krankenhäusern läuft der Betrieb solange weiter, wie die Notstromaggregate ihre Dienste tun. In großen landwirtschaftlichen Betrieben wird die Versorgung der Tiere unmöglich werden, da nahezu alles automatisiert ist. Vom Melken bis zur Fütterung sind alle Prozesse optimiert und automatisiert. Wie sollen wenige Personen jedoch die ganzen Tiere versorgen können? Eine Kuh, die nicht mehr gemolken wird, verendet qualvoll innerhalb kürzester Zeit. Tankstellen fallen aus, Heizung und Wasser fallen aus, da zur Wasserversorgung ebenfalls Strom benötigt wird. Kurz: Unsere Versorgung mit elementaren Dingen wird eingestellt. Menschen reagieren auf solche Ereignisse erfahrungsgemäß mit Panik. Sie stürmen die Läden und versuchen durch Hamsterkäufe ihren Bedarf zu decken. Aber wie gestaltet sich das, wenn alle gleichzeitig losziehen, um zu „hamstern“? es bricht also ziemliches Chaos aus. Schäden an Leitungen und der Schaltzentrale der Elektrizitätswerke können durch Sonnenstürme jedoch so stark beschädigt werden, dass die Wiederherstellung Tage oder sogar Wochen dauern kann.

Was brauche ich zu Hause bei Stromausfall?

  • Wasservorrat für mind. 1 Woche
  • Nüsse und Trockenobst (lange haltbar und nährstoffreich)
  • Konserven an Obst und Gemüse für 1 Woche
  • Haferflocken
  • Gries, Couscous (können mit wenig Wasser schnell zubereitet werden)
  • Salz, Zucker
  • haltbares Fett (z. B. Kokosfett, Öl)
  • ausreichend Kerzen und Feuerzeuge
  • Gaskocher und Gaskartusche, um notfalls das Nötigste kochen zu können
  • Taschenlampe und Ersatzbatterien
  • Mehl
  • Müsliriegel
  • Milchpulver
  • trockene Kräuter (Petersilie, Dill, Zwiebeln)
  • nach Möglichkeit Holz zum Heizen und Kochen
  • Medikamente zur Schmerzlinderung und gegen Entzündungen, gegen Durchfälle
  • ggf. Funkradio, um Zugang zu Nachrichten zu haben
  • Vitaminpräparate

 

Wie haben frühere Generationen Krisen am besten überstanden?

Früher war es absolut normal, einen Notvorrat zu Hause zu haben. Wasser und haltbare Nahrung, um einige Tage in Notfällen zu überstehen wie z. B. starke Schneefälle oder Unwetter, die manche Gemeinden und Regionen für einige Tage vom Rest der Welt abschnitten. Menschen in kleinen ländlichen Gemeinden tun dies ganz selbstverständlich noch heute, da sie nicht täglich den langen Weg in die Stadt zurück legen wollen, um sich mit lebensnotwendigen Dingen einzudecken. Heute wird man als Prepper verschrien, wenn man vorsorglich denkt und einpaar Lebensmittel im Hause hat. Udo Ulfkotte hat ein interessantes Buch verfasst: „Was Oma und Opa noch wussten“  mit wirklich hilfreichen Tipps rund um Krisenversorgung. Mir geht es nicht um Schwarzmalerei. Ich bin Optimist durch und durch. Doch halte ich auch nichts von der Vogel Strauss Politik und dem kollektiven Wegschauen.

 

Zusammenhalt und Gemeinschaft

Die besten Chancen eine Krise zu überstehen haben Menschen, die sich zu Gemeinschaften zusammenschließen und sich gegenseitig unterstützen. Das wussten schon unsere Vorfahren. Jeder hat eine Fähigkeit oder eine Eigenschaft, die zum Wohle der Gruppe eingesetzt werden kann. Innerhalb einer Gemeinschaft findet der Einzelne Zuspruch und Zugehörigkeit und man ist nicht auf sich gestellt. Die Kräfte können sinnvoll verteilt werden und der Einzelne muss nicht alles allein machen. Außerdem befruchten sich in der Gemeinschaft die Menschen gegenseitig mit Ideen und Lösungsmöglichkeiten. Wie sieht es bei dir aus? An wen kannst du dich wenden, wenn du in Not gerätst? Mit wem könntest du dich in der Nachbarschaft zusammenschließen, wenn es mal kritisch wird? Es lohnt sich, sich einmal diese Gedanken zu machen, um im Falle eines Notfalls handlungsfähig zu bleiben.

 

Selbstversorgung
In Krisenzeiten ist man froh, wenn man frisches Gemüse zur Verfügung hat, das nicht belastet ist. Der Eigenanbau von Gemüse und Kräutern ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Sogar Städter bepflanzen ihre Balkone und Wohnungen und züchten Tomaten, Karotten und Kräuter. Vielleicht  hast du ja mal Lust, dich selbst im Gemüseanbau zu versuchen? Auf jeden Fall lohnt es sich, einpaar Samen der gängigen Gemüsesorten zu Hause zu haben, um im Notfall auch den Rasen in ein Beet verwandeln zu können. Schau doch mal im Gartencenter vorbei uns lass dich inspirieren.  Als Selbstversorger kannst du dich auch mit Nachbarn organisieren und ihr könnt eure Produkte tauchen und teilen.

Verhaltens-Strategien, die in einer Krisen-Situation hilfreich sind

1. Überblick über die Situation gewinnen
Das größte Problem an unvorhersehbaren Situationen ist der Kontrollverlust. Er versetzt uns in Stress und dadurch in eine der drei möglichen Reaktionen: Flucht, Starre, Angriff. Doch genau jetzt ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und sich erst einmal über die Situation und gegebene Möglichkeiten klar zu werden. Hilfreich ist es, sich selbst beruhigende Worte zuzusprechen wie z. B. „ich bin ruhig.“

2. innere Kräfte mobilisieren
Entschlossenheit und ein starker Wille sind wesentliche Faktoren, um schwierige Herausforderungen zu meistern. Erinnere dich daran, dass du bereits Vieles im Leben geschafft hast und sage dir selbst: Ich schaffe das oder wir schaffen das. Zusammen finden wir eine Lösung. Es gibt immer einen Weg! Wer gedanklich aufgibt, ist bereits verloren, bevor er gekämpft hat.

3. Zusammenhalt und Hilfe
Wenn wir anderen Menschen dabei helfen können, etwas zu meistern, stabilisieren wir uns dadurch auch immer selbst. Ermutigende Sätze geben auch dir selbst immer wieder Hoffnung und den Glauben an eine Lösung des Problems.

4. gestalten statt erdulden
In Notsituationen haben wir glücklicherweise alle das Potenzial, über uns hinaus zu wachsen. Dennoch gibt es Unterschiede in der Art und Weise, wie Menschen mit Problemsitationen umgehen. Wer sich bereits bei kleineren Schwierigkeiten ungerecht behandelt fühlt und dauernd nach der Schuldfrage sucht oder im Selbstmitleid versinkt ( „womit hab ich das verdient?, „warum immer ich?“), der wird es schwer haben, eine Lösung zu finden. Solche Menschen erdulden die Umstände des Lebens und vergeuden ihre Zeit durch Klagen und Hoffnungslosigkeit. Menschen dagegen die auch Alltagsprobleme als Chancen erkennen und daran glauben, dass es für jedes Problem eine Lösung gibt, werden auch in einer problematischen Situation zügig nach Lösungen suchen. Sie sind Gestalter ihres Lebens und geben sich nicht einfach den Umständen hin. Probiere bereits im täglichen Leben die Gestalterrolle einzunehmen und bei aufkommenden Problemen aktiv nach Lösungen zu suchen anstatt zu klagen.

5. Vorbereitung – bestes mentales Training
Krisen haben die Eigenart, sehr überraschend aufzutreten. Sie zeigen uns, dass das Leben fragil ist und sich von einem Moment auf den anderen drastisch verändern kann. Natürlich ist das kein Grund, in Panik zu verfallen, oder voller Angst und Panik zu leben . Es lohnt sich jedoch, sich klar darüber zu werden, dass es auf unserem Lebensweg auch mal holprig und turbulent zugehen kann. Wer sich bereits gedanklich mit einer möglichen Krise befasst hat, ist besser vorbereitet, als wenn es ihn „eiskalt“ erwischt. Nichtsdestotrotz solltest du generell optimistisch durch das Leben gehen und nicht alle möglichen Problem-Szenarien gedanklich durchspielen. Es reicht einfach aus, sich einmal Gedanken zu machen, was man in einer recht wahrscheinlichen Krisensituation wie einem Stromausfall unternehmen könnte.

 

Nun hoffe ich natürlich, dass wir alle möglichst nie eine wirklich bedrohliche Krise erleben müssen, die uns dazu zwingt, im Wald nach Nahrung zu suchen. Manch ein Grieche jedoch steht bereits an diesem Punkt und jeden Monat werden in Griechenland 30.000 Haushalte vom Stromkreislauf abgeschnitten, weil sie ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Dabei ist Griechenland kein Dritte-Welt-Land und es ist erschreckend, wie schnell eine solche Entwicklung von Statten gehen kann. Auch wenn wir nie wissen, was die Zukunft für uns bereit hält, ist doch eins gewiss: Das Wissen, das wir haben, ist das Kapital, das uns nie verloren geht.

 


Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.